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KI-Agenten in der Softwareentwicklung: Aktuelle Trends und Erkenntnisse

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February 23, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine aktuelle Studie von Anthropic zeigt, dass der Einsatz von KI-Agenten im Bereich der Softwareentwicklung dominiert. Fast 50 % aller Agenten-Tool-Aufrufe über die öffentliche API entfallen auf diesen Sektor.
    • Andere Branchen wie Kundenservice, Vertrieb und Finanzen nutzen KI-Agenten bisher nur in geringem Umfang, was laut Anthropic auf eine sehr frühe Phase der Adaption hindeutet.
    • Die Autonomie von KI-Agenten, insbesondere am Beispiel von Claude Code, nimmt stetig zu. Die längsten autonomen Arbeitssitzungen haben sich zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 von unter 25 Minuten auf über 45 Minuten nahezu verdoppelt.
    • Erfahrene Nutzer gewähren den Agenten mehr Autonomie, unterbrechen sie jedoch bei Bedarf gezielter. Claude Code unterbricht sich selbst häufiger zur Klärung komplexer Aufgaben als menschliche Nutzer.
    • Anthropic betont die Wichtigkeit der Überwachung nach der Implementierung und rät von starren Vorschriften zur Interaktion ab, um die Innovation nicht zu behindern.

    Dominanz der KI-Agenten in der Softwareentwicklung: Eine Analyse

    Die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedene Wirtschaftsbereiche schreitet voran. Eine aktuelle Studie des KI-Unternehmens Anthropic beleuchtet detailliert den aktuellen Stand der Nutzung von KI-Agenten. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Konzentration dieser Technologie im Bereich der Softwareentwicklung, während andere Branchen noch am Anfang der Adaption stehen.

    KI-Agenten: Ein Phänomen der Softwareentwicklung

    Anthropic hat im Rahmen der Studie Millionen von Interaktionen zwischen Menschen und KI-Agenten analysiert, sowohl über den eigenen Code-Agenten Claude Code als auch über die öffentliche API. Die zentrale Erkenntnis ist, dass die Softwareentwicklung fast 50 Prozent aller Agenten-Tool-Aufrufe ausmacht. Im Vergleich dazu spielen andere Sektoren wie Geschäftsanalysen, Kundenservice, Vertrieb, Finanzen und E-Commerce eine untergeordnete Rolle, wobei keiner dieser Bereiche mehr als wenige Prozentpunkte der Gesamtnutzung erreicht.

    Diese ungleiche Verteilung wird von Anthropic als „frühe Phase der Agentenadoption“ bezeichnet. Softwareentwickler waren demnach die Pioniere bei der Entwicklung und dem Einsatz von agentenbasierten Tools in grossem Massstab. Für andere Branchen beginnt die Erprobung dieser Technologien erst.

    Zunehmende Autonomie und das "Deployment Overhang"

    Ein bemerkenswerter Befund der Studie ist die rapide Zunahme der Autonomie von KI-Agenten. Am Beispiel von Claude Code zeigte sich, dass sich die längsten autonomen Arbeitssitzungen zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 von unter 25 Minuten auf über 45 Minuten nahezu verdoppelt haben. Dieser Anstieg ist graduell und nicht sprunghaft, was darauf hindeutet, dass nicht nur verbesserte Modellfähigkeiten, sondern auch das wachsende Vertrauen erfahrener Nutzer und kontinuierliche Produktverbesserungen eine Rolle spielen.

    Anthropic spricht in diesem Zusammenhang von einem „Deployment Overhang“: Die potenziell erreichbare Autonomie der Modelle übersteigt die tatsächliche Anwendung in der Praxis. Dies deckt sich mit Ansichten anderer führender KI-Unternehmen, die argumentieren, dass KI-Modelle bereits zu mehr fähig sind, als von Menschen gefordert wird. Eine Bewertung von METR schätzt beispielsweise, dass Claude Opus 4.5 Aufgaben mit einer Erfolgsquote von 50 Prozent lösen kann, die einen Menschen fast fünf Stunden kosten würden.

    Interaktionsmuster: Vertrauen und gezieltes Eingreifen

    Die Studie zeigt interessante Muster im Umgang von Nutzern mit KI-Agenten. Erfahrene Nutzer gewähren Claude Code mehr Autonomie: Während neue Nutzer etwa 20 Prozent der Sitzungen vollständig genehmigen, steigt diese Rate bei etwa 750 Sitzungen auf über 40 Prozent. Gleichzeitig steigt die Unterbrechungsrate bei erfahrenen Nutzern leicht an, von etwa 5 Prozent bei neuen Nutzern auf etwa 9 Prozent. Dies deutet auf eine veränderte Strategie hin: Neue Nutzer genehmigen jeden Schritt einzeln, während erfahrene Nutzer Claude autonom arbeiten lassen und nur bei Problemen eingreifen. Beide Raten bleiben jedoch gering, was die hohe Effizienz der autonomen Arbeitsweise unterstreicht.

    Ein ähnliches Muster findet sich bei der öffentlichen API: Bei einfachen Aufgaben erfordern 87 Prozent der Tool-Aufrufe eine menschliche Aufsicht, während dieser Wert bei komplexen Aufgaben wie der autonomen Suche nach Zero-Day-Exploits oder dem Schreiben eines Compilers auf 67 Prozent sinkt.

    Sicherheitsmechanismen: KI-Initiierte Klärungsfragen

    Claude Code unterbricht seine Arbeit bei komplexen Aufgaben häufiger selbst, um Klärungsfragen zu stellen, als es von Menschen unterbrochen wird. Bei anspruchsvollen Aufgaben stellt Claude mehr als doppelt so viele Fragen wie bei Aufgaben geringerer Komplexität. Dies wird von Anthropic als wichtiger Sicherheitsmechanismus interpretiert: Modelle, die ihre eigene Unsicherheit erkennen und proaktiv um Bestätigung bitten, ergänzen externe Schutzmassnahmen wie Autorisierungssysteme und menschliche Genehmigungen.

    Die Studie identifiziert die häufigsten Gründe für diese Unterbrechungen:

    • Warum Claude selbst stoppt: - Um dem Nutzer eine Wahl zwischen vorgeschlagenen Ansätzen zu präsentieren (35 %) - Um diagnostische Informationen oder Testergebnisse zu sammeln (21 %) - Um vage oder unvollständige Anfragen zu klären (13 %) - Um fehlende Anmeldeinformationen, Token oder Zugriffe anzufordern (12 %) - Um vor einer Aktion eine Genehmigung oder Bestätigung einzuholen (11 %)
    • Warum Menschen Claude unterbrechen: - Um fehlenden technischen Kontext oder Korrekturen bereitzustellen (32 %) - Claude war langsam, hing oder war übermässig (17 %) - Sie hatten genug Hilfe erhalten, um selbstständig fortzufahren (7 %) - Sie wollten den nächsten Schritt selbst unternehmen (z. B. manuelles Testen, Bereitstellung, Committing) (7 %) - Um Anforderungen mitten in der Aufgabe zu ändern (5 %)

    Ausblick und Empfehlungen

    Anthropic erwartet, dass Agenten, die an den Extremen von Risiko und Autonomie operieren, zunehmend Verbreitung finden werden, insbesondere wenn die Adaption über die Softwareentwicklung hinaus in Branchen mit höheren Risiken vordringt. Für Modellentwickler, Produkthersteller und politische Entscheidungsträger empfiehlt Anthropic eine Ausweitung der Überwachung nach der Bereitstellung. Gleichzeitig wird davor gewarnt, spezifische Interaktionsmuster vorzuschreiben, da die Forderung nach manueller Genehmigung jeder einzelnen Agentenaktion Reibung erzeugt, ohne die Sicherheit notwendigerweise zu verbessern.

    Implikationen für B2B-Anwender

    Für Unternehmen im B2B-Bereich, insbesondere solche, die im Technologiesektor tätig sind oder eine verstärkte Digitalisierung anstreben, ergeben sich aus dieser Studie mehrere wichtige Erkenntnisse:

    • Fokus auf Softwareentwicklung: Die Ergebnisse bestätigen die führende Rolle von KI-Agenten in der Softwareentwicklung. Unternehmen können hier erhebliche Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen erwarten, indem sie Agenten für Kodierung, Debugging und Testen einsetzen.
    • Potenzial in anderen Branchen: Die geringe Adaption in anderen Sektoren bedeutet ein grosses ungenutztes Potenzial. Unternehmen ausserhalb der Softwareentwicklung, die frühzeitig in die Erforschung und Implementierung von KI-Agenten investieren, könnten sich einen Wettbewerbsvorteil sichern.
    • Steigende Autonomie: Die zunehmende Autonomie von KI-Agenten ermöglicht es, komplexere Aufgaben zu delegieren und die menschliche Arbeitslast zu reduzieren. Dies erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und Integration in bestehende Arbeitsabläufe.
    • Vertrauensbildung und Überwachung: Der Aufbau von Vertrauen in KI-Agenten ist ein schrittweiser Prozess. Unternehmen sollten Strategien entwickeln, die es Mitarbeitern ermöglichen, die Funktionsweise der Agenten zu verstehen und bei Bedarf gezielt einzugreifen, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen.
    • Sicherheitsaspekte: Die Fähigkeit von KI-Agenten, Klärungsfragen zu stellen und Unsicherheiten zu kommunizieren, ist ein entscheidender Sicherheitsfaktor. Bei der Implementierung sollten Unternehmen auf solche integrierten Sicherheitsmechanismen achten und eigene Überwachungssysteme etablieren.

    Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass KI-Agenten in der Softwareentwicklung bereits eine transformative Rolle spielen. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Bereich bieten wertvolle Lehren für andere Branchen, die das Potenzial dieser Technologien in Zukunft ebenfalls erschliessen möchten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer strategischen Implementierung, die sowohl die technologischen Möglichkeiten als auch die menschlichen Interaktionsmuster berücksichtigt.

    Bibliography

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