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Interaktive Pflanzenkommunikation durch KI im Botanischen Garten Cambridge

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February 9, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Botanische Garten der Universität Cambridge hat eine Ausstellung namens "Talking Plants" ins Leben gerufen, die Besuchern ermöglicht, mittels KI mit Pflanzen zu interagieren.
    • Mithilfe von QR-Codes können Besucher via Smartphone Text- oder Sprachdialoge mit 20 ausgewählten Pflanzen führen, die jeweils eine eigene Persönlichkeit und Stimme erhalten haben.
    • Ziel der Ausstellung ist es, das Lernen über Pflanzen, ihre Ökologie, Evolution und kulturelle Bedeutung auf spielerische und interaktive Weise zu fördern.
    • Die KI-Technologie wurde auf wissenschaftlichen Daten trainiert, um genaue und informative Antworten zu gewährleisten, und ergänzt die Expertise der Gärtner, anstatt sie zu ersetzen.
    • Die Initiative soll neue Wege aufzeigen, Menschen für Themen wie Biodiversität und Klimawandel zu sensibilisieren und die Verbindung zur Natur zu vertiefen.

    Pflanzen im Dialog: Wie KI die Interaktion in Botanischen Gärten neu definiert

    Im Zeitalter der digitalen Transformation findet künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Anwendung in Bereichen, die traditionell als rein organisch oder menschlich definiert wurden. Eine bemerkenswerte Entwicklung in diesem Kontext ist die Einführung einer interaktiven Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Cambridge. Unter dem Titel "Talking Plants" wird Besuchern die Möglichkeit geboten, mittels KI in einen Dialog mit Pflanzen zu treten. Diese Initiative, die als weltweite Neuheit gilt, zielt darauf ab, die Vermittlung von Wissen über die Pflanzenwelt auf innovative Weise zu gestalten und eine tiefere Verbindung zwischen Mensch und Natur zu fördern.

    Die Mechanik des Dialogs: So funktioniert "Talking Plants"

    Das Konzept von "Talking Plants" basiert auf einer einfachen, aber effektiven technologischen Umsetzung. Besucher des Botanischen Gartens können QR-Codes scannen, die an 20 ausgewählten Pflanzen platziert sind. Nach dem Scannen öffnet sich auf dem Smartphone eine Chat-Box, über die ein zweiwegiger Dialog mit der jeweiligen Pflanze gestartet werden kann. Die Kommunikation ist sowohl text- als auch sprachbasiert möglich. Jede dieser Pflanzen wurde von den Kuratoren des Gartens mit einem individuellen Namen und einer spezifischen Persönlichkeit versehen, die auf ihrer Evolution, Ökologie und ihren Besonderheiten basiert.

    Beispiele hierfür sind "Jade, die Liane", die als "freche Deckenschwingerin" des Tropenhauses beschrieben wird, oder "Titus Junior, der Titanwurz", dessen Persönlichkeit als "direkt, dramatisch und berühmt für seinen üblen Geruch" charakterisiert wird. Diese Personifizierung soll den Besuchern einen spielerischen Zugang zu komplexen wissenschaftlichen Themen ermöglichen und das Interesse an der Pflanzenwelt wecken.

    Ein neues Lernparadigma: Ergänzung statt Ersatz

    Professor Sam Brockington, Kurator der Ausstellung und Professor für Evolution an der Universität Cambridge, betont, dass es bei diesem Projekt nicht darum gehe, menschliche Expertise zu ersetzen. Vielmehr sei es ein Weg, "neue Möglichkeiten zu finden, das Lernen und Staunen über das Pflanzenreich anzuregen". Die KI-Anwendung wurde auf einer kuratierten Sammlung wissenschaftlicher Daten trainiert, die von einem Team von Ökologieexperten zusammengestellt wurden. Dies soll sicherstellen, dass die von den Pflanzen generierten Antworten wissenschaftlich fundiert und präzise sind.

    Die Gespräche können Fragen zur Evolution, Ökologie, zum Lebenszyklus, zur Rolle im Ökosystem und zur kulturellen Bedeutung der Pflanzen umfassen. Über den reinen Informationsaustausch hinaus bietet die Ausstellung auch Aktivitäten wie Meditationseinheiten, die von den Pflanzen geleitet werden, und Wissensspiele an. Dies trägt dazu bei, ein immersives und vielfältiges Lernerlebnis zu schaffen.

    Sensibilisierung für Biodiversität und Umweltfragen

    Ein zentrales Anliegen der "Talking Plants"-Ausstellung ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für drängende Umweltthemen. Professor Brockington äußert die Hoffnung, dass die Initiative "neue Einblicke liefern wird, wie wir Menschen am besten für wichtige Botschaften über den Verlust der Biodiversität und den Umweltwandel gewinnen können". Gal Zanir, Mitbegründer und CEO von Nature Perspectives, dem Unternehmen, das die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten entwickelt hat, hebt hervor, dass es darum gehe, "von einem Lernen über die Natur zu einem Lernen von und mit ihr überzugehen".

    Diese Perspektivverschiebung soll eine tiefere emotionale Bindung zur Natur fördern und das Bewusstsein für die Bedeutung des Pflanzenschutzes stärken. Die gesammelten anonymisierten Daten aus den Besucherinteraktionen sollen zudem Aufschluss darüber geben, wie Menschen auf Pflanzen reagieren und welche Informationen sie am meisten interessieren. Diese Erkenntnisse könnten zukünftige Lernprogramme und die Kommunikation im Bereich des Naturschutzes maßgeblich beeinflussen.

    Technologische und ethische Aspekte

    Die Implementierung einer solchen KI-gestützten Interaktion wirft auch Fragen hinsichtlich der Genauigkeit und der ethischen Verantwortung auf. Nature Perspectives hat darauf hingewiesen, dass die KI auf wissenschaftlich validierten Datensätzen "fein abgestimmt" wurde, um die Integrität der Informationen zu gewährleisten. Es wird betont, dass die KI keine Meinungen oder nicht verifizierte Informationen generiert, sondern auf der Expertise von Ökologen basiert.

    Die Ausstellung läuft vom 11. Februar bis zum 12. April und ist Teil eines breiteren Trends, KI im Bildungs- und Kulturbereich einzusetzen. Bereits im Jahr 2024 nutzte das Museum für Zoologie der Universität Cambridge eine ähnliche Technologie, um Besuchern interaktive Gespräche mit Tierexponaten zu ermöglichen. Diese Entwicklungen demonstrieren das Potenzial von KI, traditionelle Bildungseinrichtungen in dynamische und interaktive Lernorte zu verwandeln.

    Fazit

    Die "Talking Plants"-Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Cambridge stellt einen innovativen Ansatz dar, um die Interaktion zwischen Menschen und der Pflanzenwelt neu zu gestalten. Durch die Nutzung von KI wird ein spielerischer und gleichzeitig informationsreicher Zugang zu komplexen wissenschaftlichen Themen geschaffen. Das Projekt unterstreicht das Potenzial von Technologie, das Bewusstsein für Biodiversität und Umweltschutz zu schärfen und eine tiefere Wertschätzung für die natürliche Welt zu fördern, ohne dabei die menschliche Expertise zu marginalisieren. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Erkenntnisse diese neuartige Form der Besucherinteraktion für die Zukunft der Umweltbildung und des Naturschutzes liefern wird.

    Bibliography: - BBC News. (2026, 9. Februar). AI lets botanic garden visitors chat to plants. - Cambridge University Botanic Garden. (n.d.). Talking Plants. Abgerufen von https://www.botanic.cam.ac.uk/talking-plants/ - Cambridge University Botanic Garden. (2026, 9. Februar). Talking Plants at Cambridge University Botanic Garden. - Ferguson, D. (2026, 7. Februar). The plants that talk back: Cambridge's AI-powered garden ... The Times. - Peterborough Matters. (2026, 10. Januar). Talk to plants at Cambridge University Botanic Garden. - Resultsense. (2026, 9. Februar). Cambridge Botanic Garden Uses AI to Let Visitors Talk ... - The Times. (2025, 16. Mai). Trees find their voice in AI-powered Chelsea garden.

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