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Integration von Künstlicher Intelligenz und Drohnentechnologien in der Bundeswehr

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February 5, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Bundeswehr forciert die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und Drohnentechnologien zur Steigerung ihrer Verteidigungsfähigkeit.
    • Ein neues Innovationszentrum in Erding soll als zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Militär, Forschung und Industrie dienen.
    • Kamikaze-Drohnen, auch als "Loitering Munition" bekannt, bilden einen Schwerpunkt der Beschaffung, wobei die Modelle "Virtus" und "HX-2" von Stark Defence und Helsing im Fokus stehen.
    • Die finale Entscheidung über den Waffeneinsatz soll weiterhin beim Menschen verbleiben, während KI unterstützende Funktionen übernimmt.
    • Die Einführung neuer Drohneneinheiten und die Entwicklung einer umfassenden Systemarchitektur sind geplant, um die Interoperabilität zu gewährleisten.
    • Herausforderungen umfassen die schnelle Integration neuer Technologien, die Sicherstellung der Versorgungsketten und die Einhaltung ethischer sowie rechtlicher Standards.

    Die digitale Transformation erreicht zunehmend auch den Bereich der Streitkräfte, und die Bundeswehr bildet hier keine Ausnahme. Mit einem verstärkten Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) und unbemannte Systeme, insbesondere Drohnen, strebt die deutsche Verteidigung eine signifikante Modernisierung an. Diese Entwicklung wird durch aktuelle geopolitische Ereignisse und die Erkenntnis, dass moderne Kriegsführung sich in immer kürzeren Zyklen entwickelt, maßgeblich vorangetrieben.

    Strategische Neuausrichtung durch KI und Drohnen

    Die Bundeswehr hat in den letzten Jahren ihre Bemühungen intensiviert, innovative Technologien in ihre Strukturen zu integrieren. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die Nutzung von KI zur Verbesserung der Aufklärung, Zielerfassung und Entscheidungsfindung. Die Eröffnung des Bundeswehr Innovation Centers in Erding markiert einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Dieses Zentrum soll als Drehscheibe dienen, um die Zusammenarbeit zwischen Militär, Wissenschaft, Forschung, etablierten Unternehmen und Start-ups zu fördern. Ziel ist es, zivile Innovationen schnell für militärische Zwecke nutzbar zu machen und so die Kriegstüchtigkeit und Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen.

    Das Bundeswehr Innovation Center in Erding

    Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte bei der Eröffnung in Erding die Notwendigkeit, "neu zu denken" und die Beschaffungsprozesse zu beschleunigen. Der Ukraine-Krieg zeige, dass sich Entwicklungszyklen von Drohnen auf wenige Wochen verkürzen können. Das Innovationszentrum soll daher größtmögliche Handlungsfreiheit erhalten, um Ideen schnell umzusetzen. Die Region München, mit ihrer dichten Forschungs- und Industrielandschaft, bietet hierfür optimale Voraussetzungen. Erste Präsentationen im Zentrum umfassten Aufklärungsdrohnen, KI-basierte Softwarelösungen und Drohnenabwehrsysteme.

    Kamikaze-Drohnen im Fokus der Beschaffung

    Ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierungsstrategie ist die Beschaffung sogenannter "Loitering Munition", umgangssprachlich auch Kamikaze-Drohnen genannt. Diese Systeme können über einem Zielgebiet kreisen und bei Bedarf präzise angreifen. Der Krieg in der Ukraine hat die taktische Bedeutung solcher Waffen eindrücklich demonstriert, da sie teure Lenkwaffen und bemannte Systeme ersetzen können und schwer zu orten sind.

    Die Systeme Virtus und HX-2

    Berichten zufolge plant die Bundeswehr Investitionen in Höhe von bis zu 900 Millionen Euro in diese Technologie. Die deutschen Hersteller Stark Defence mit dem System "Virtus" und Helsing mit dem Modell "HX-2" stehen dabei im Vordergrund. Erste Aufträge für Testzwecke wurden bereits Anfang 2025 vergeben, und die Auslieferung an die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 könnte bereits 2027 erfolgen.

    • Virtus: Entwickelt von Stark Defence in Zusammenarbeit mit den ukrainischen Streitkräften. Das System kann über eine Stunde in der Luft bleiben, hat eine Reichweite von etwa 100 Kilometern und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Der Gefechtskopf wiegt etwa fünf Kilogramm.
    • HX-2: Das System von Helsing ist ebenfalls für den Einsatz von Loitering Munition vorgesehen. Berichte aus der Ukraine deuteten auf anfängliche Herausforderungen bei der Effektivität hin, jedoch wird an der Weiterentwicklung gearbeitet.

    Die Bundeswehr setzt auf Wettbewerb zwischen den Anbietern, um die besten Lösungen zu identifizieren. Ein "scharfer Schuss" mit dem Virtus-System in Bayern, bei dem ein Gefechtskopf mehr als 800 mm Panzerstahl durchdrang, unterstreicht die Wirksamkeit der entwickelten Technologien.

    Menschliche Kontrolle und ethische Aspekte

    Trotz des verstärkten Einsatzes von KI-gestützten Waffensystemen betont die Bundeswehr, dass die finale Entscheidung über den Einsatz weiterhin beim Menschen liegen soll. Bei Systemen wie "Virtus" unterstützt die KI zwar bei Navigation, Sensoranalyse und Zielerkennung, der Angriff erfolgt jedoch erst nach einem expliziten Befehl durch einen Bediener. Diese Haltung entspricht der NATO-Linie, die autonome Waffensysteme ohne menschliche Kontrolle kritisch betrachtet.

    Die Bundeswehr legt großen Wert auf die Einhaltung ethischer und völkerrechtlicher Normen. KI-Systeme müssen Sicherheits- und Transparenzprüfungen standhalten. Die Modularität und Integrationsfähigkeit der Systeme sind ebenfalls entscheidend, um auf neue Bedrohungen reagieren und Technologien bei Bedarf austauschen zu können. Die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut und den Bundeswehr-Universitäten zielt darauf ab, die Sicherheit und Verlässlichkeit von KI-Anwendungen zu gewährleisten.

    Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

    Die Einführung von KI-Waffen bringt verschiedene Herausforderungen mit sich:

    • Beschaffung und Skalierung: Die schnelle Bereitstellung großer Stückzahlen von Drohnen und Gefechtsköpfen erfordert eine massive Hochskalierung der Produktion. Hersteller wie Stark Defence planen, innerhalb eines Jahres tausende Systeme liefern zu können.
    • Versorgungssicherheit: Die Unabhängigkeit von bestimmten Lieferketten, insbesondere von chinesischen Komponenten, wird als strategisch wichtig erachtet.
    • Integration und Interoperabilität: Neue Systeme müssen nahtlos in bestehende Führungs- und Kommunikationssysteme integriert werden. Projekte wie das Missionsführungssystem "Minerva" von Stark Defence sollen Luft-, Boden- und Seesysteme miteinander verbinden.
    • Abwehr von Drohnenschwärmen: Mit der Zunahme von Drohnenangriffen wächst auch der Bedarf an effektiven Abwehrsystemen, die sowohl Störsender als auch kinetische Bekämpfung umfassen können.
    • Personal und Ausbildung: Der Aufbau spezialisierter Drohneneinheiten, wie vom Inspekteur des Heeres Generalleutnant Christian Freuding angekündigt, erfordert die Ausbildung von Personal für den Betrieb und die Wartung dieser komplexen Systeme.

    Die Bundeswehr sieht in der KI ein "enormes Potenzial", um die Streitkräfte moderner, schneller und effizienter zu machen. Projekte wie das Katastrophenwarnsystem "Prometheus", KI-gestützte Instandhaltung und Cyberabwehr sowie die automatisierte Auswertung von Satelliten- und Drohnenbildern sind bereits in der Testphase. Ziel ist es, die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung zu erhöhen und die Qualität der Entscheidungsfindung zu verbessern, wobei die KI stets als beratendes Werkzeug dient.

    Die weitere Entwicklung und Integration von KI-Technologien und Drohnensystemen in die Bundeswehr wird durch eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern sowie eine kontinuierliche Anpassung an die sich wandelnden Bedrohungslandschaften geprägt sein. Die Balance zwischen technologischer Innovation und der Einhaltung ethischer sowie rechtlicher Rahmenbedingungen bleibt dabei eine zentrale Aufgabe.

    Bibliographie

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