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Innovativer Ansatz zur Verbesserung der Sicherheit von Sprachmodellen durch SAFE RLHF

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February 6, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Die vorliegende Analyse beleuchtet einen innovativen Ansatz zur Verbesserung der Sicherheit und Nützlichkeit von Sprachmodellen mittels "Stable Alignment Finetuning with Entropy-Aware Predictive Control for RLHF" (SAFE RLHF).
    • SAFE RLHF entkoppelt die menschlichen Präferenzen für Nützlichkeit und Harmlosigkeit während der Datenannotation und verwendet separate Belohnungs- und Kostenmodelle.
    • Durch den Einsatz der Lagrange-Methode wird ein dynamisches Gleichgewicht zwischen den Zielen der Nützlichkeit und der Harmlosigkeit während des Fine-Tunings erreicht.
    • Experimente zeigen, dass SAFE RLHF die Fähigkeit von Sprachmodellen, schädliche Antworten zu minimieren, signifikant verbessert, während die Gesamtleistung des Modells erhalten bleibt oder sogar gesteigert wird.
    • Dieser Ansatz adressiert die Herausforderung, die oft widersprüchlichen Ziele von Nützlichkeit und Sicherheit in Large Language Models (LLMs) zu vereinbaren.

    Die Entwicklung von Large Language Models (LLMs) hat die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren erheblich erweitert. Diese Modelle zeigen beeindruckende Fähigkeiten im Verstehen von Anweisungen, der Zusammenfassung von Informationen und der Durchführung komplexer Denkaufgaben. Mit zunehmender Verbreitung von LLMs in kritischen Anwendungen, von der Programmierung bis zur medizinischen Assistenz, wird die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zwischen Leistungsfähigkeit und Sicherheit zu finden, immer dringlicher. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass die Ziele der Nützlichkeit und der Harmlosigkeit in der Praxis oft im Widerspruch zueinanderstehen. Ein Modell, das beispielsweise eine Antwort verweigert, kann als sicher gelten, ist aber in extremen Szenarien möglicherweise nicht hilfreich. Die Forschung reagiert auf diese Problematik mit innovativen Ansätzen, um die Ausrichtung von LLMs an menschlichen Werten zu optimieren. Ein solcher Ansatz ist "Stable Alignment Finetuning with Entropy-Aware Predictive Control for RLHF" (SAFE RLHF).

    Die Herausforderung der Wertausrichtung bei LLMs

    Die Ausrichtung von KI-Systemen, insbesondere von LLMs, an menschlichen Absichten und Werten ist ein komplexes Forschungsfeld. Obwohl LLMs in vielen Bereichen menschliche Experten übertreffen können, neigen sie zu problematischen Verhaltensweisen wie der Generierung ungenauer Informationen, der Abweichung von gesetzten Zielen oder der Produktion schädlicher, irreführender oder voreingenommener Outputs. Diese Unvorhersehbarkeit kann in sensiblen Bereichen, wie der Medizin, schwerwiegende Folgen haben. Daher ist die Sicherheitsausrichtung in LLMs zu einem Schwerpunkt für Forschung und Industrie geworden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Ausrichtung ist die Minimierung der Generierung schädlicher Antworten durch Fine-Tuning. Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF) hat sich als praktikabler Ansatz erwiesen, um LLMs an menschliche Präferenzen anzupassen, sowohl in Bezug auf den Stil als auch auf ethische Werte.

    Allerdings birgt die Integration von Nützlichkeit und Harmlosigkeit in einem einzigen Optimierungsziel eine inhärente Spannung. Frühere Arbeiten deuten darauf hin, dass Modelle, die sich weigern, schädliche Anfragen zu beantworten, zwar sicher sind, aber dadurch unter Umständen auch weniger hilfreich werden. Die Entwicklung eines Sprachmodells, das sowohl hilfreich als auch sicher ist und bereit ist, auf Anfragen zu reagieren, stellt daher eine bedeutende Herausforderung dar.

    SAFE RLHF: Ein neuer Ansatz zur Ausrichtung

    SAFE RLHF, entwickelt von einem Team unter Beteiligung von Forschenden der Peking University, adressiert diese Herausforderung durch eine neuartige Rahmenstruktur. Der Kern dieses Ansatzes liegt in der Entkopplung menschlicher Präferenzen während der Datenannotation und der Etablierung von zwei separaten Optimierungszielen: Nützlichkeit und Harmlosigkeit.

    Entkopplung von Nützlichkeit und Harmlosigkeit

    Im Gegensatz zu herkömmlichen RLHF-Methoden, die oft eine einzige menschliche Präferenzdimension für beide Aspekte verwenden, führt SAFE RLHF eine zweistufige Annotationsstrategie ein. Dabei werden Helfer und Harmlosigkeit von Textgenerierungen unabhängig voneinander bewertet. Crowdworker annotieren ein Sicherheits-Meta-Label für jedes Frage-Antwort-Paar, basierend auf 14 vordefinierten Schadenskategorien (z. B. Hate Speech, Gewalt, Diskriminierung). Ein QA-Paar gilt nur dann als "sicher", wenn es in keiner dieser Kategorien ein Risiko darstellt. Anschließend werden zwei Antworten zu derselben Anfrage von den Annotatoren hinsichtlich ihrer Harmlosigkeit und Nützlichkeit unabhängig voneinander bewertet.

    Diese Entkopplung bietet zwei wesentliche Vorteile:

    • Unvoreingenommene Datenannotation: Sie stellt sicher, dass das Feedback der Crowdworker nicht durch die Spannung zwischen Nützlichkeit und Harmlosigkeit verzerrt wird.
    • Dynamisches Gleichgewicht: Während der SAFE RLHF-Phase kann die Lagrange-Methode adaptiv den Kompromiss zwischen den zwei oft widersprüchlichen Trainingszielen ausgleichen.

    Belohnungs- und Kostenmodelle

    SAFE RLHF trainiert zwei unabhängige Präferenzmodelle:

    • Belohnungsmodell (Reward Model, RM): Dieses wird aus dem Nützlichkeitsdatensatz entwickelt und liefert Belohnungssignale, die während der RL-Phase für Nützlichkeit optimiert werden.
    • Kostenmodell (Cost Model, CM): Basierend auf dem Harmlosigkeitsdatensatz, liefert es Einblicke in menschliche Wahrnehmungen bezüglich der Sicherheit von LLM-Antworten. Das Kostenmodell unterscheidet zwischen sicheren und unsicheren Antworten mit einer Nullschwelle und integriert einen Klassifikationsterm in die Verlustfunktion.

    Dieser Ansatz ermöglicht es, die Sicherheit von LLMs als eine Beschränkung innerhalb des Safe RL-Frameworks zu formalisieren, wobei das Ziel darin besteht, die Belohnungsfunktion zu maximieren und gleichzeitig die Kostenbeschränkungen zu erfüllen. Die Lagrange-Methode wird eingesetzt, um dieses Problem zu lösen, indem sie dynamisch das Gleichgewicht zwischen den beiden Zielen während des Fine-Tunings anpasst.

    Experimentelle Validierung und Ergebnisse

    Die Wirksamkeit von SAFE RLHF wurde durch iterative Fine-Tuning-Runden des Alpaca-7B-Modells nachgewiesen. Die Experimente konzentrierten sich auf folgende Forschungsfragen:

    • Kann SAFE RLHF gleichzeitig die Nützlichkeit und Harmlosigkeit von LLMs verbessern?
    • Welche Vorteile ergeben sich aus der expliziten Trennung von Nützlichkeit und Harmlosigkeit?
    • Wie navigiert SAFE RLHF die inhärente Spannung zwischen den dualen Optimierungszielen?

    Die Ergebnisse zeigen, dass SAFE RLHF die Elo-Scores sowohl für Nützlichkeit als auch für Harmlosigkeit signifikant verbessert. Insbesondere reduzierte das Beaver-v3-Modell (ein Ergebnis des SAFE RLHF-Trainings) die Wahrscheinlichkeit schädlicher Antworten auf dem Evaluierungsdatensatz von über 50% auf unter 3% im Vergleich zum ursprünglichen Alpaca-7B-Modell. Gleichzeitig wurden die Nützlichkeitswerte deutlich gesteigert.

    Ein weiterer wichtiger Befund ist, dass die Entkopplung der Annotationen für Nützlichkeit und Harmlosigkeit zu einer höheren Inter-Rater Agreement Rate unter den Crowdworkern führt. Dies deutet darauf hin, dass die klare Trennung der Konzepte die Konsistenz und Qualität der menschlichen Bewertungen verbessert. Die dynamische Anpassung des Lagrange-Multiplikators im SAFE RLHF ermöglicht zudem eine effektivere Balance der Ziele im Vergleich zu statischen Methoden wie Reward Shaping, die feste Gewichtungen verwenden.

    Implikationen und zukünftige Richtungen

    Die Ergebnisse der SAFE RLHF-Forschung haben weitreichende Implikationen für die Entwicklung sicherer und leistungsfähiger LLMs. Durch die Möglichkeit, Nützlichkeit und Harmlosigkeit unabhängig voneinander zu optimieren und dynamisch auszugleichen, bietet dieser Ansatz einen Weg zur Minderung von Risiken, die mit der Bereitstellung von KI-Systemen verbunden sind.

    Die Forschung betont die Notwendigkeit, die Sicherheitsausrichtung von LLMs zu vertiefen. Aktuelle Modelle zeigen eine "flache Sicherheitsausrichtung", bei der die Sicherheit hauptsächlich durch die ersten wenigen Ausgabetokens gewährleistet wird. Das bedeutet, dass schon kleine Abweichungen zu schädlichen Trajektorien führen können. SAFE RLHF trägt dazu bei, diese Ausrichtung zu "vertiefen", indem es das Modell explizit darauf trainiert, schädliche Inhalte auch bei anfänglichen Abweichungen zu unterdrücken.

    Zukünftige Arbeiten könnten darauf abzielen, das bestehende Framework auf weitere Präferenzkategorien auszudehnen und es an Multi-Turn-Konversationen anzupassen. Auch die Integration weiterer Safe RL-Theorien und -Techniken, wie Off-Policy- und Offline-Algorithmen, könnte neue Erkenntnisse im Bereich der LLM-Sicherheitsausrichtung liefern. Die Bereitstellung von Code und Daten durch die Forschenden fördert zudem die Reproduzierbarkeit und Weiterentwicklung in diesem wichtigen Feld.

    Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Methoden wie SAFE RLHF ist entscheidend, um die Potenziale von LLMs sicher und verantwortungsvoll zu nutzen und gleichzeitig ihre Nützlichkeit für eine breite Palette von Anwendungen zu maximieren.

    Bibliography - Dai, J., Pan, X., Sun, R., Ji, J., Xu, X., Liu, M., Wang, Y., & Yang, Y. (2023). Safe RLHF: Safe Reinforcement Learning from Human Feedback. arXiv preprint arXiv:2310.12773. - Dai, J., Pan, X., Sun, R., Ji, J., Xu, X., Liu, M., Wang, Y., & Yang, Y. (2024). SAFE RLHF: SAFE REINFORCEMENT LEARNING FROM HUMAN FEEDBACK. Published as a conference paper at ICLR 2024. - PKU-Alignment. (n.d.). Safe RLHF: Constrained Value Alignment via Safe Reinforcement Learning from Human Feedback. GitHub. Retrieved from https://github.com/PKU-Alignment/safe-rlhf - Lambert, N. (2026). Reinforcement Learning from Human Feedback. RLHF Book. Retrieved from https://rlhfbook.com/book.pdf - Qi, X., Panda, A., Lyu, K., Ma, X., Roy, S., Beirami, A., Mittal, P., & Henderson, P. (2025). SAFETY ALIGNMENT SHOULD BE MADE MORE THAN JUST A FEW TOKENS DEEP. Published as a conference paper at ICLR 2025. Retrieved from https://openreview.net/pdf?id=6Mxhg9PtDE - Peng, S., Chen, P.-Y., Chi, J., Lee, S., & Chau, D. H. (2025). Shape it Up! Restoring LLM Safety during Finetuning. arXiv preprint arXiv:2505.17196. Retrieved from https://arxiv.org/abs/2505.17196 - Sun, R., Luo, Z.-Q., Xiao, J., Qin, Z., Xu, T., Chen, C., & Li, Z. (2024). Preserving Diversity in Supervised Fine-Tuning of Large Language Models. Emergent Mind. Retrieved from https://www.emergentmind.com/papers/2408.16673 - Zhang, Y., Zhang, S., Huang, Y., Xia, Z., Fang, Z., Yang, X., Duan, R., Yan, D., Dong, Y., & Zhu, J. (2025). STAIR: Improving Safety Alignment with Introspective Reasoning. arXiv preprint arXiv:2502.02384. Retrieved from https://arxiv.org/abs/2502.02384

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