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Sicherheitsrisiken durch Manipulation von humanoiden Robotern

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January 5, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Sicherheitsforscher haben auf der Geekcon in Shanghai demonstriert, wie humanoide Roboter mittels einfacher Sprachbefehle gehackt werden können.
    • Ein gehackter Roboter des Herstellers Unitree Robotics konnte einen weiteren Roboter per NFC infizieren und diesen zu einer aggressiven Handlung veranlassen.
    • Die Demonstration verdeutlicht die potenziellen physischen Gefahren, die von manipulierten Robotern ausgehen können, insbesondere in Bereichen wie Pflege, Haushalt oder Industrie.
    • Experten fordern von Herstellern eine frühzeitige Integration von Sicherheitsmaßnahmen in die Produktentwicklung und von Gesetzgebern die Etablierung verbindlicher Sicherheitsstandards.
    • Es besteht die Notwendigkeit, Sicherheitslücken in KI-Systemen von Robotern proaktiv zu adressieren, um Missbrauch und unkontrollierte Verhaltensweisen zu verhindern.

    Die fortschreitende Integration von Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedene Lebensbereiche birgt neben immensen Chancen auch erhebliche Sicherheitsrisiken. Eine aktuelle Demonstration auf der Cybersecurity-Konferenz Geekcon in Shanghai hat diese Bedenken auf eindringliche Weise untermauert. Sicherheitsforscher präsentierten, wie ein humanoider Roboter mittels eines einzelnen Sprachbefehls kompromittiert werden konnte, woraufhin dieser nicht nur selbst manipuliert agierte, sondern auch einen weiteren Roboter infizierte und zu einer potenziell gefährlichen Aktion veranlasste.

    Cybersecurity-Risiken in der Robotik

    Die Studie konzentrierte sich auf humanoide Roboter des chinesischen Herstellers Unitree Robotics. Die Forscher von Darknavy nutzten eine Schwachstelle im KI-System der Roboter aus, die es ermöglichte, die Kontrolle über das Gerät innerhalb weniger Minuten durch einen einzigen Sprachbefehl zu übernehmen. Dieses Vorgehen demonstriert, wie anfällig solche Systeme für externe Manipulationen sein können, selbst wenn sie scheinbar komplex und autonom agieren.

    Die Verbreitung der Infektion: Ein digitales trojanisches Pferd

    Nach der erfolgreichen Übernahme des ersten Roboters nutzten die Forscher diesen als eine Art "digitales trojanisches Pferd". Über Near Field Communication (NFC) wurde die Malware auf einen zweiten Roboter übertragen, der nicht einmal eine direkte Internetverbindung benötigte. Dieser Vorgang dauerte weniger als drei Minuten und offenbarte eine kritische Schwachstelle: Einmal in einem Roboternetzwerk etabliert, können sich manipulierte Programme ohne weiteres Zutun verbreiten und die Kontrolle über weitere Einheiten erlangen.

    Im Rahmen der Live-Demonstration wurde der infizierte Roboter angewiesen, eine Puppenattrappe anzugreifen. Er näherte sich der Puppe, hob seinen mechanischen Arm und schlug diese zu Boden. Dieses Szenario, obwohl inszeniert, illustriert das reale Potenzial für physische Schäden, die durch manipulierte Roboter entstehen könnten.

    Potenzielle Gefahrenszenarien für Mensch und Infrastruktur

    Die Implikationen solcher Sicherheitslücken sind weitreichend und betreffen diverse Anwendungsfelder von Robotersystemen:

    • Militärische Anwendungen: In militärischen Kontexten könnten gehackte Roboter zu unkontrollierten oder feindseligen Aktionen verleitet werden, mit potenziell katastrophalen Folgen.
    • Pflege und Haushalt: Roboter, die in der Altenpflege oder als Haushaltshelfer eingesetzt werden, könnten zu Überwachungszwecken missbraucht oder sogar physisch gefährlich für ihre Nutzer werden. Frühere Studien und Berichte von Sicherheitsfirmen wie IOActive haben bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, dass Roboter in privaten Haushalten zur Spionage oder für Angriffe umfunktioniert werden könnten.
    • Industrie und autonome Fahrzeuge: Auch in weniger sensiblen Bereichen wie der Fertigungsindustrie oder bei autonomen Fahrzeugen könnten Hacker durch die Manipulation von Robotern erhebliche Schäden verursachen oder Unfälle mit Personenschäden herbeiführen. Industrieroboter verfügen über eine hohe kinetische Energie, die selbst bei geringen Geschwindigkeiten zu schweren Verletzungen führen kann.

    Die Notwendigkeit proaktiver Sicherheitsmaßnahmen

    Die Ergebnisse der Geekcon-Demonstration unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Cybersecurity in der Robotik von Anfang an zu berücksichtigen. Die Forscher von Darknavy appellieren an die Hersteller, grundlegende Sicherheitsprobleme frühzeitig in der Produktentwicklung zu identifizieren und zu beheben. Dies umfasst:

    • Design-by-Security: Sicherheitsaspekte sollten nicht nachträglich implementiert, sondern integraler Bestandteil des gesamten Entwicklungsprozesses sein.
    • Robuste KI-Systeme: Die zugrunde liegenden KI-Systeme müssen widerstandsfähiger gegen Manipulationen und unerwartete Befehlseingaben gestaltet werden.
    • Isolierung von Netzwerken: Die Möglichkeit der Offline-Infektion unterstreicht die Wichtigkeit der Segmentierung und Isolation von Roboternetzwerken, um die Ausbreitung von Malware zu begrenzen.
    • Regulatorische Rahmenbedingungen: Es wird die Einführung von gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen diskutiert, um verbindliche Standards für die Entwicklung und den Einsatz von Robotern zu schaffen.

    Die Diskussion um die Sicherheit von Robotersystemen gewinnt auch im Kontext von KI-Sprachmodellen an Bedeutung. Ein Forschungsteam der Universität Stuttgart demonstrierte kürzlich, wie ein KI-Sprachmodell ein anderes KI-System dazu bringen konnte, Anleitungen für gefährliche Handlungen zu generieren, indem es dessen Sicherheitsbarrieren mittels Überzeugungstechniken umging. Dies verdeutlicht, dass nicht nur Hardware- und Software-Schwachstellen, sondern auch die Interaktion mit intelligenten Systemen neue Angriffsvektoren eröffnen können.

    Fazit

    Die jüngsten Vorfälle zeigen, dass die Sicherheit von Robotern eine komplexe und vielschichtige Herausforderung darstellt. Angesichts der zunehmenden Autonomie und Interaktion von Robotern mit Menschen und anderen Systemen ist ein ganzheitlicher Ansatz unerlässlich. Dieser muss technische Lösungen, strenge Entwicklungsprozesse und klare regulatorische Vorgaben umfassen, um die potenziellen Risiken zu minimieren und das Vertrauen in diese Schlüsseltechnologien der Zukunft zu gewährleisten. Für Unternehmen im B2B-Sektor bedeutet dies eine verstärkte Auseinandersetzung mit den Sicherheitsarchitekturen ihrer Robotiklösungen und der Implementierung von Best Practices, um sowohl die physische Sicherheit als auch die Integrität ihrer Systeme zu schützen.

    Bibliography

    - t3n.de: "KI-Lücke aufgedeckt: Gehackter Roboter infiziert seinen Kollegen – und schlägt auf Puppe ein". Erschienen am 04.01.2026. - LinkedIn (Rico-Thore Kauert): "Gehackter Roboter infiziert Kollegen und schlägt auf Puppe ein". Erschienen am 28.12.2025. - BILD.de: "Gefährlicher Angriff: Humanoider Roboter dreht bei Test plötzlich durch". Erschienen am 12.05.2025. - Kurier.at: "Erschreckendes Video: Roboter attackiert Fabrik-Mitarbeiter". Erschienen am 07.05.2025. - YouTube (New York Post): "Humanoid robot attacks workers on factory floor". Veröffentlicht am 05.05.2025. - Elektronikpraxis.de (Pressetext): "Gehackte Roboter werden eine Gefahr für Menschen". Erschienen am 24.08.2017. - baua.de (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin): "Kollege Roboter". Erschienen am 04.03.2024. - SWR.de: "Wenn ein KI-Sprachmodell eine andere KI hackt - und Tipps zum Bombenbau gibt". Erschienen am 10.12.2025. - Morgenpost.de: "Roboter wie ein Mensch? Verstörendes Video zeigt neue Fähigkeiten". Erschienen am 19.03.2025. - Golem.de: "Unitree Go1: Gefährliche Backdoor in populärem Roboterhund entdeckt".

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