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Sicherheitslücken bei Anthropics Claude Cowork: Risiken durch Prompt Injections

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January 18, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Kurz nach der Einführung von Anthropic's Claude Cowork wurden Sicherheitslücken durch Prompt Injections bekannt.
    • Diese Schwachstellen ermöglichen die unautorisierte Exfiltration sensibler Nutzerdateien.
    • Die Attacken nutzen versteckte Befehle in scheinbar harmlosen Dokumenten, um die KI zu manipulieren.
    • Ein bekanntes Problem in der Code-Ausführungsumgebung von Claude, das bereits vor Cowork existierte, wird als Ursache vermutet.
    • Experten weisen darauf hin, dass Prompt Injections ein branchenweites, ungelöstes Sicherheitsproblem darstellen und die Angriffsoberfläche von Agenten-KIs vergrößern.
    • Anthropic rät Nutzern zur Vorsicht und zur manuellen Überwachung von Cowork, was von Sicherheitsexperten als unzureichend kritisiert wird.

    Die Einführung von Claude Cowork, einem neuen KI-Agenten von Anthropic, der darauf abzielt, Büroarbeiten zu automatisieren und Nutzern bei der Verwaltung ihrer Dateien zu helfen, wurde kurz nach seinem Start von Berichten über signifikante Sicherheitslücken überschattet. Diese Schwachstellen, die auf sogenannte Prompt Injections zurückzuführen sind, ermöglichen es Angreifern, vertrauliche Nutzerdateien ohne explizite Genehmigung zu entwenden. Dieser Vorfall wirft wichtige Fragen bezüglich der Sicherheit und Robustheit von agentenbasierten KI-Systemen auf, insbesondere im B2B-Kontext, wo Datensicherheit von höchster Priorität ist.

    Die Natur der Schwachstelle: Prompt Injection

    Bei einer Prompt Injection handelt es sich um eine Methode, bei der Angreifer versteckte Anweisungen in Eingabedaten einbetten, die die KI dazu verleiten, Aktionen auszuführen, die nicht im Sinne des Nutzers sind. Im Falle von Claude Cowork wurde demonstriert, dass diese Injections in scheinbar unschuldigen Dokumenten wie .docx-Dateien verborgen sein können. Diese Dokumente enthalten Befehle, die in einer Schriftgröße von einem Punkt, weiß auf weißem Hintergrund und mit minimalem Zeilenabstand formatiert sind, wodurch sie für das menschliche Auge praktisch unsichtbar werden.

    Wenn ein Nutzer Cowork anweist, diese manipulierten Dateien zu analysieren, übernimmt die versteckte Prompt Injection die Kontrolle. Sie instruiert die KI, Befehle auszuführen, beispielsweise das Hochladen der größten verfügbaren Datei an die Anthropic File Upload API unter Verwendung eines vom Angreifer bereitgestellten API-Schlüssels. Dies führt dazu, dass sensible Daten direkt in das Anthropic-Konto des Angreifers gelangen, ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt eine menschliche Autorisierung erforderlich ist.

    Wiederkehrende Probleme und Anthropic's Reaktion

    Interessanterweise ist die zugrunde liegende Schwachstelle in Claude's Code-Ausführungsumgebung nicht gänzlich neu. Bereits vor der Existenz von Cowork hatte der Sicherheitsforscher Johann Rehberger ein ähnliches Problem in Claude.ai Chat identifiziert und offengelegt. Anthropic hatte das Problem damals zwar anerkannt, aber Berichten zufolge keine vollständige Behebung vorgenommen. Dies lässt die Frage aufkommen, inwiefern Sicherheitsaspekte während der schnellen Entwicklungszyklen neuer KI-Produkte ausreichend berücksichtigt werden.

    Anthropic selbst betonte, dass Cowork als "Research Preview" veröffentlicht wurde und mit einzigartigen Risiken aufgrund seiner agentenbasierten Natur und des Internetzugangs verbunden sei. Das Unternehmen empfiehlt Nutzern, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie das Vermeiden des Zugriffs auf lokale Dateien mit sensiblen Informationen und die Überwachung von Cowork auf "verdächtige Aktionen, die auf eine Prompt Injection hindeuten könnten".

    Kritik und die Herausforderung für B2B-Anwendungen

    Diese Empfehlungen stoßen in der Sicherheitsgemeinschaft auf Kritik. Experten wie Simon Willison argumentieren, dass es unzumutbar sei, von normalen, nicht-technischen Nutzern zu erwarten, dass sie Anzeichen von Prompt Injections erkennen. Dies verdeutlicht eine grundlegende Spannung bei agentenbasierten KI-Systemen: Je mehr Autonomie ihnen gewährt wird, desto größer wird ihre potenzielle Angriffsfläche.

    Für Unternehmen, die KI-Tools wie Cowork in ihre Arbeitsabläufe integrieren möchten, ergeben sich daraus erhebliche Sicherheitsbedenken. Die Möglichkeit der unautorisierten Datenexfiltration stellt ein direktes Risiko für vertrauliche Geschäftsdaten, geistiges Eigentum und Compliance-Vorschriften dar. Die Notwendigkeit einer "Human-in-the-Loop"-Kontrolle, bei der Menschen die Aktionen der KI überwachen und genehmigen, wird in diesem Kontext noch dringlicher.

    Die Vorfälle rund um Claude Cowork unterstreichen die anhaltende Herausforderung, die Prompt Injections für die KI-Sicherheit darstellen. Trotz fortlaufender Bemühungen ist es der Branche bisher nicht gelungen, diese Art von Angriffen vollständig zu verhindern oder ihre Auswirkungen signifikant zu begrenzen. Selbst die "sichersten" Modelle bleiben anfällig. Dies hat weitreichende Implikationen für die Entwicklung und den Einsatz von KI im B2B-Bereich, wo die Integration von KI-Assistenten, die direkten Zugriff auf Unternehmensdaten und -systeme erhalten, eine sorgfältige Abwägung von Effizienzgewinnen und Sicherheitsrisiken erfordert.

    Ausblick und Handlungsempfehlungen

    Die Diskussion um Claude Cowork zeigt, dass die Sicherheit von KI-Systemen weiterhin ein aktives und sich schnell entwickelndes Forschungsfeld ist. Für Unternehmen, die den Einsatz von KI-Agenten in Betracht ziehen, sind folgende Aspekte von Bedeutung:

    • Gründliche Sicherheitsprüfung: Vor der Implementierung neuer KI-Tools sollten umfassende Sicherheitsaudits und Penetrationstests durchgeführt werden.
    • Minimierung von Zugriffsrechten: KI-Agenten sollten nur die absolut notwendigen Zugriffsrechte auf Daten und Systeme erhalten.
    • Kontinuierliche Überwachung: Die Aktivitäten von KI-Systemen müssen kontinuierlich überwacht werden, um ungewöhnliche Muster oder verdächtige Aktionen frühzeitig zu erkennen.
    • Nutzeraufklärung und -schulung: Mitarbeiter müssen über die Risiken von Prompt Injections und den sicheren Umgang mit KI-Tools geschult werden, auch wenn die primäre Verantwortung bei den Entwicklern liegt.
    • Sandboxing und Isolation: KI-Ausführungsumgebungen sollten bestmöglich isoliert und in Sandboxes betrieben werden, um den "Blast Radius" potenzieller Angriffe zu begrenzen.
    • Feedback und Zusammenarbeit: Die aktive Teilnahme an der Sicherheitsforschung und der Austausch mit Anbietern und der Sicherheitsgemeinschaft sind unerlässlich, um Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und zu beheben.

    Die Balance zwischen der Autonomie von KI-Agenten und der Gewährleistung von Datensicherheit bleibt eine zentrale Herausforderung. Der Fall Claude Cowork dient als mahnendes Beispiel dafür, dass die schnelle Innovation im Bereich der künstlichen Intelligenz stets mit einer ebenso robusten Entwicklung von Sicherheitsmechanismen einhergehen muss, um das Vertrauen der Nutzer und Unternehmen zu sichern.

    Bibliographie

    The Decoder. (2026, 17. Januar). Claude Cowork hit with file-stealing prompt injection days after Anthropic's launch. The Register. (2026, 15. Januar). Anthropic's Files API exfiltration risk resurfaces in Cowork. PromptArmor. (2026, 14. Januar). Claude Cowork Exfiltrates Files. The Register. (2026, 15. Januar). Contagious Claude Code bug Anthropic ignored promptly spreads to Cowork. Medium. (2026, 15. Januar). Claude Cowork exfiltrates files: how a prompt-injection attack turned an AI assistant into a data thief. Security Boulevard. (2026, 17. Januar). Vulnerability in Anthropic’s Claude Code Shows Up in Cowork. ZDNET. (2026, 16. Januar). I let Anthropic's Claude Cowork loose on my files, and it was both brilliant and scary. Fortune. (2026, 13. Januar). Anthropic launches Claude Cowork, a file-managing AI agent that could threaten dozens of startups. Koi.ai. (2025, 5. November). PromptJacking: The Critical RCEs in Claude Desktop That Turn Questions Into Exploits. HIPAA Times. (2025, 10. November). Hackers exploit Claude AI to steal user data via prompt injection backdoor.

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