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Die Entwicklung und der Einsatz großer Sprachmodelle (LLMs) haben in den letzten Jahren signifikante Fortschritte gemacht und finden zunehmend Anwendung in realen Szenarien. Ein grundlegendes Ideal in der klassischen Softwareentwicklung ist die deterministische Inferenz: Dieselben Eingaben sollen stets zu denselben Ausgaben führen. Dieses Ideal wurde weitgehend auf die Inferenz-Stacks von LLMs übertragen, mit dem Ziel, Reproduzierbarkeit und unternehmerische Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Eine aktuelle Forschungsarbeit mit dem Titel "Stochastic CHAOS: Why Deterministic Inference Kills, and Distributional Variability Is the Heartbeat of Artificial Cognition" stellt diese etablierte Ansicht jedoch grundlegend in Frage und plädiert für einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Stochastizität.
In traditionellen Softwaresystemen ist die Determinismus ein Garant für Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit. Die Annahme, dass ein Programm bei identischen Eingaben stets identische Ausgaben liefert, ist tief in der Entwicklung verankert. Diese Erwartungshaltung wurde auch auf LLMs übertragen, wo Ansätze wie batch-invariante Kernels und deterministische Aufmerksamkeitsmechanismen darauf abzielen, bitweise identische Ergebnisse zu erzwingen. Dies geschieht oft im Bestreben, die Reproduzierbarkeit zu sichern und die Integration in Unternehmensumgebungen zu erleichtern.
Die Autoren der genannten Studie argumentieren jedoch, dass dieser deterministische Ansatz für LLMs kontraproduktiv sein kann. Sie stellen die These auf, dass deterministische Inferenz die Fähigkeit von LLMs einschränkt, Unsicherheiten zu modellieren. LLMs sind ihrer Natur nach darauf ausgelegt, bedingte Verteilungen über mögliche Ausgaben zu implementieren, nicht jedoch feste Funktionen. Eine Reduktion dieser Verteilungen auf eine einzige, kanonische Ausgabe mag auf den ersten Blick beruhigend wirken, verbirgt jedoch systematisch zentrale Eigenschaften der künstlichen Kognition.
Ein zentraler Kritikpunkt der Studie ist, dass deterministische Inferenz das Auftreten emergenter Fähigkeiten unterdrückt. Emergenz beschreibt die Entstehung komplexer Verhaltensweisen oder Eigenschaften, die aus der Interaktion einfacherer Komponenten resultieren und nicht direkt aus den Eigenschaften der Einzelkomponenten ableitbar sind. Werden die Ausgaben von LLMs durch deterministische Prozesse auf einen einzigen Pfad gezwungen, kann dies die Entfaltung solcher emergenten Fähigkeiten behindern oder gar verhindern. Dies könnte bedeuten, dass das volle Potenzial von LLMs in Bezug auf kreatives Problemlösen oder komplexe Schlussfolgerungen ungenutzt bleibt.
Des Weiteren wird angeführt, dass deterministische Inferenz das Reasoning in einem "einzigen, fragilen Pfad" kollabieren lässt. LLMs sind in der Lage, mehrpfadiges Reasoning zu betreiben, bei dem verschiedene logische Wege parallel erkundet werden können. Durch das Erzwingen eines deterministischen Rückgrats wird diese Fähigkeit eingeschränkt, was zu einer geringeren Genauigkeit und einer verminderten diagnostischen Einsicht führen kann. Die Fähigkeit, alternative Lösungswege zu evaluieren und abzuwägen, ist jedoch ein Merkmal fortgeschrittener Kognition.
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Sicherheit und die sogenannte "Safety Alignment". Determinismus kann Tail Risks, also seltene, aber potenziell gefährliche Verhaltensweisen, verschleiern. Wenn die Evaluation eines Modells nur auf einzelnen, deterministischen Stichproben basiert, werden diese seltenen Fehler möglicherweise nicht erkannt. Erst eine Multi-Sample-Evaluation, die die Verteilungsbreite der Ausgaben berücksichtigt, kann solche Risiken aufdecken. Die Studie warnt davor, dass eine scheinbar hohe Leistung unter deterministischen Bedingungen ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln kann, während tatsächliche Schwachstellen unentdeckt bleiben.
Als Alternative zur deterministischen Inferenz schlagen die Autoren den Ansatz "Stochastic CHAOS" vor. Dieser Ansatz befürwortet, die Variabilität von Verteilungen als ein Signal zu behandeln, das gemessen und kontrolliert werden sollte, anstatt es zu unterdrücken. Die inhärente Stochastizität, die in den bedingten Wahrscheinlichkeitsverteilungen der LLMs liegt, wird hierbei nicht als Mangel, sondern als eine Quelle von Information und Flexibilität verstanden. Dieser Perspektivwechsel ist nicht neu in der Forschung; bereits in früheren Arbeiten wurde argumentiert, dass Stochastizität eine wesentliche Rolle für maschinelles Lernen spielt und ein kritischer Bestandteil intelligenter Systeme sein könnte, indem sie Robustheit, Generalisierbarkeit und Kalibrierung fördert.
Empirische Untersuchungen in der Studie zeigen, dass deterministische Inferenz systematisch irreführend ist. Eine Single-Sample-Evaluation unterschätzt sowohl die Fähigkeiten als auch die Fragilität von LLMs. Sie maskiert die Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei Paraphrasierungen und Rauschen. Phasenähnliche Übergänge, die mit emergenten Fähigkeiten verbunden sind, verschwinden unter Greedy Decoding. Mehrpfadiges Reasoning verschlechtert sich, wenn es auf deterministische Backbones gezwungen wird, was die Genauigkeit und diagnostische Einsicht reduziert.
Für Unternehmen, die LLMs in ihren B2B-Lösungen einsetzen, ergeben sich aus diesen Erkenntnissen wichtige Implikationen:
Die Forschungsarbeit "Stochastic CHAOS" fordert einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie wir die Inferenz in großen Sprachmodellen betrachten und implementieren. Sie legt dar, dass die strikte Verfolgung des Determinismus-Ideals die natürlichen Stärken von LLMs beeinträchtigen und wichtige Informationen über ihre Fähigkeiten und Risiken verbergen kann. Stattdessen wird argumentiert, dass die bewusste Nutzung und Kontrolle der inhärenten Verteilungsvariabilität dieser Modelle der Schlüssel zu einer fortschrittlicheren, kognitiveren und letztlich sichereren künstlichen Intelligenz sein könnte. Für B2B-Anbieter und -Anwender von KI-Lösungen bedeutet dies, die Komplexität und Stochastizität von LLMs nicht zu scheuen, sondern als Chance zu begreifen, um robustere, vielseitigere und transparentere Systeme zu entwickeln.
Die Diskussion um Determinismus und Stochastizität in der KI-Forschung ist von großer Bedeutung, da sie die grundlegenden Annahmen über die Funktionsweise und das Potenzial intelligenter Systeme berührt. Die hier vorgestellten Erkenntnisse könnten langfristig die Entwicklung von LLMs beeinflussen und zu neuen Architekturen und Evaluationsmethoden führen, die die "Verteilungs-Variabilität als Herzschlag der künstlichen Kognition" anerkennen.
Bibliography: - Joshi, T., Aggarwal, S., Saha, A., Pandey, A., Dhoot, S., Rai, V., Goswami, R., Chadha, A., Jain, V., & Das, A. (2026). Stochastic CHAOS: Why Deterministic Inference Kills, and Distributional Variability Is the Heartbeat of Artifical Cognition. arXiv preprint arXiv:2601.07239. - Sabuncu, M. R. (2020). Intelligence plays dice: Stochasticity is essential for machine learning. arXiv preprint arXiv:2008.07496.Lernen Sie in nur 30 Minuten kennen, wie Ihr Team mit KI mehr erreichen kann – live und persönlich.
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