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Neues Framework zur Effizienzsteigerung von Retrieval Augmented Generation Systemen

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January 15, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Das neue Framework "Parallel Context-of-Experts Decoding" (PCED) verbessert die Effizienz und Genauigkeit von Retrieval Augmented Generation (RAG) Systemen.
    • PCED behandelt abgerufene Dokumente als unabhängige "Experten" und aggregiert Evidenz während des Decodierens, anstatt die Dokumente in einem langen Prompt zu verketten.
    • Diese Methode überwindet Engpässe bei der Vorbefüllung (Prefill Bottlenecks) und ermöglicht eine effektive Interaktion über mehrere Dokumente hinweg, ohne dass ein gemeinsamer Aufmerksamkeitsmechanismus erforderlich ist.
    • In Benchmarks liefert PCED deutliche Leistungssteigerungen und eine signifikante Beschleunigung der "Time-To-First-Token" (TTFT) um bis zu 180x.
    • Die Forschung unterstreicht die Bedeutung eines retrieval-sensitiven Kontrast-Decodierens und die Robustheit des Systems gegenüber irrelevanten Informationen.

    Die Weiterentwicklung von großen Sprachmodellen (LLMs) hat zu signifikanten Fortschritten in der künstlichen Intelligenz geführt. Insbesondere im Bereich der Retrieval Augmented Generation (RAG) werden kontinuierlich neue Ansätze erforscht, um die Faktizität zu erhöhen und Halluzinationen zu reduzieren. Eine aktuelle Veröffentlichung von Giulio Corallo und Paolo Papotti stellt mit dem "Parallel Context-of-Experts Decoding" (PCED) ein Framework vor, das darauf abzielt, die Herausforderungen bei der Verarbeitung langer Kontexte in RAG-Systemen zu adressieren.

    Herausforderungen in der Retrieval Augmented Generation

    Traditionelle RAG-Pipelines stehen vor einem grundlegenden Kompromiss: Das Verketten mehrerer abgerufener Dokumente in einem einzigen langen Prompt ermöglicht zwar ein besseres Reasoning über mehrere Dokumente hinweg, führt jedoch zu Engpässen bei der Vorbefüllung (Prefill Bottlenecks). Die separate Kodierung von Dokumenten in Key-Value (KV)-Caches kann die Geschwindigkeit erhöhen, beeinträchtigt aber die Interaktion zwischen den Dokumenten, was die Fähigkeit des Modells, Evidenz aus verschiedenen Quellen zu integrieren, einschränkt. Diese Problematik wird besonders bei komplexen Anfragen relevant, die Informationen aus mehreren Dokumenten erfordern.

    Parallel Context-of-Experts Decoding (PCED) als Lösungsansatz

    PCED ist ein trainingsfreies Framework, das die Aggregation von Evidenz vom Aufmerksamkeitsmechanismus auf den Decodierungsprozess verlagert. Es behandelt jedes abgerufene Dokument als einen isolierten "Experten", der eine Verteilung für das nächste Token vorschlägt. Die Vorhersagen dieser Experten werden durch eine neuartige, Retrieval-sensitive Kontrast-Decodierungsregel synchronisiert. Diese Regel gewichtet die Logits der Experten gegenüber dem Modell-Prior, wodurch die Fähigkeiten zum Reasoning über mehrere Dokumente hinweg wiederhergestellt werden, ohne dass eine gemeinsame Aufmerksamkeit über alle Dokumente hinweg aufgebaut werden muss.

    Methodische Grundlagen von PCED

    Das Framework basiert auf drei Hauptbeiträgen:

    • Paralleles, modulares KV-Cache-Framework: PCED ermöglicht die Aggregation von Evidenz zur Decodierungszeit.
    • Token-Ebenen-Expertenwechsel: Dies ermöglicht ein Reasoning über mehrere Dokumente hinweg durch dynamische Auswahl der Experten bei jedem Token-Schritt, ohne eine gemeinsame Aufmerksamkeit.
    • Retrieval-integrierte Prioren: Diese injizieren skalare Scores in die Kontrast-Decodierung, um Rauschen von irrelevanten Experten zu filtern.

    Die Relevanzbewertung der Dokumente, die üblicherweise zur Dokumentenauswahl genutzt und anschließend verworfen wird, wird in PCED als ein Dokument-Level-Prior genutzt. Dieser Prior steuert, wie stark jeder Experte die Verteilung des nächsten Tokens beeinflusst. Durch die Kombination von Retrieval- und Reranker-Scores zu einer einzigen Relevanzbewertung wird die Vertrauenswürdigkeit jedes Dokuments während des Decodierens berücksichtigt.

    Experimentelle Validierung und Ergebnisse

    Die Wirksamkeit von PCED wurde auf verschiedenen Benchmarks, darunter LOFT und LongBench, evaluiert. Die Tests umfassten RAG-Aufgaben, In-Context Learning (ICL) und Long-Context QA mit Distraktoren.

    Leistungssteigerung und Effizienz

    • Cross-Document Reasoning: PCED übertraf konsistent frühere parallele Methoden wie KV-Cache-Merging (APE) in QA-Benchmarks, die die Aggregation von Evidenz aus mehreren Dokumenten erfordern (z.B. HotpotQA, Musique, QAMPARI, Quest). In einigen Fällen erzielte es sogar eine Verbesserung von bis zu 23 Punkten gegenüber MapReduce.
    • Übertreffen von Baselines: PCED-Varianten erreichten oft die Leistung von Full-Context-Verkettungen oder übertrafen diese sogar, obwohl jedes Dokument unabhängig kodiert wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Vorteile der Interaktion über mehrere Dokumente hinweg größtenteils zur Decodierungszeit wiederhergestellt werden können.
    • Geräuschreduktion und Genauigkeit: Bei Aufgaben, bei denen die Antwort hauptsächlich durch ein einziges Dokument gestützt wird, aber aus einer großen Menge von Kandidaten abgerufen werden muss, verbesserte PCED die Leistung. Dies liegt daran, dass irrelevante Experten durch das Retrieval-sensitive Kontrast-Decodieren heruntergewichtet werden. Auf NQ-Benchmarks zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Genauigkeit.
    • Effizienz bei Skalierung: Im Gegensatz zur Kontext-Verkettung, die hohe Vorbefüllungskosten verursacht, nutzt PCED offline, wiederverwendbare KV-Caches, um die "Time-To-First-Token" (TTFT) zu reduzieren. Es wurde eine Beschleunigung der TTFT um über das 180-fache (von 25,50s auf 0,14s) und eine Reduktion der End-to-End-Latenz um das 1,7-fache bei Workloads mit langem Kontext (65k Kontext-Tokens, 512 generierte Tokens) beobachtet.

    Komponentenanalyse

    Die Forschung untersuchte auch die individuellen Beiträge der Kontrast-Decodierung und des Retrieval-Priors. Es zeigte sich, dass beide Komponenten entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Systems sind. Das Entfernen des Retrieval-Priors oder der Kontrast-Kalibrierung führte zu erheblichen Genauigkeitsverlusten. Die Max-Aggregation erwies sich als besonders effektiv für das Token-Level-Expertenwechsel bei Multi-Hop-QA-Aufgaben.

    Implikationen und zukünftige Richtungen

    PCED bietet eine Alternative zu Modellen mit langem Kontext, indem es die Anzahl der Dokumente flexibel mit der Batch-Größe skaliert, anstatt durch das Trainingskontextfenster begrenzt zu sein. Dies ermöglicht eine effiziente und genaue Verarbeitung von umfangreichen Informationen in RAG-Systemen. Die Methode ist besonders vorteilhaft für read-heavy, write-rare Szenarien, wie beispielsweise in Unternehmenswissensdatenbanken, wo der amortisierte Speicherkosten durch die Reduzierung der Abfragezeit gerechtfertigt ist.

    Grenzen und Potenziale

    Das Framework ist jedoch nicht ohne Einschränkungen. Es ist auf den Zugriff auf Modell-Logits angewiesen, was die Anwendung auf Closed-Source- oder API-only-Sprachmodelle erschwert. Zudem hängt die Leistung von der Qualität der abgerufenen Dokumente und deren Relevanzbewertung ab. Zukünftige Forschungsarbeiten könnten sich darauf konzentrieren, Sprachmodelle explizit für parallele kontextuelle Eingaben zu trainieren und zu lernen, welchem Input bei jedem nächsten Token Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Dies könnte die Abhängigkeit von externen Retrieval-Pipelines reduzieren und ein End-to-End-Lernen der Expertenauswahl und -aggregation ermöglichen.

    Fazit

    Das Parallel Context-of-Experts Decoding stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Optimierung von Retrieval Augmented Generation dar. Durch die Verlagerung der Evidenzaggregation auf die Decodierungsphase und die Nutzung eines Retrieval-sensitiven Kontrast-Decodierens adressiert PCED zentrale Effizienz- und Genauigkeitsprobleme. Die erzielten Leistungssteigerungen und die verbesserte Robustheit gegenüber irrelevanten Informationen positionieren PCED als vielversprechendes Framework für zukünftige Anwendungen in der KI, insbesondere für datenintensive B2B-Szenarien.

    Die vorgestellten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Integration von PCED in bestehende RAG-Systeme zu einer erheblichen Verbesserung der Leistung und Effizienz führen kann, was für Unternehmen, die auf präzise und schnelle Informationsverarbeitung angewiesen sind, von großem Interesse ist.

    Bibliographie

    - Corallo, G., & Papotti, P. (2026). Parallel Context-of-Experts Decoding for Retrieval Augmented Generation. arXiv preprint arXiv:2601.08670. - Hugging Face. (2026). Paper page - Parallel Context-of-Experts Decoding for Retrieval Augmented Generation. Verfügbar unter: https://huggingface.co/papers/2601.08670 - Cornell University. (2026). [2601.08670] Parallel Context-of-Experts Decoding for Retrieval Augmented Generation. Verfügbar unter: https://arxiv.org/abs/2601.08670 - Papers with Code. (2025). ExpertRAG: Efficient RAG with Mixture of Experts -- Optimizing Context Retrieval for Adaptive LLM Responses. Verfügbar unter: https://paperswithcode.com/paper/expertrag-efficient-rag-with-mixture-of - OpenReview. (2025). RAPID: Long-Context Inference with Retrieval-Augmented Speculative Decoding. Verfügbar unter: https://openreview.net/forum?id=73mDARqOtQ - Cool Papers. (2026). Artificial Intelligence. Verfügbar unter: https://papers.cool/arxiv/cs.AI - Hugging Face Daily Papers. (2026). Daily Papers - Hugging Face. Verfügbar unter: https://huggingface.co/papers/date/2026-01-14

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