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Die Generierung von dreidimensionalen (3D) Szenen stellt eine zentrale Herausforderung in der Computer Vision und Computergrafik dar. Ihre Anwendungen reichen von der Simulation über Gaming und Robotik bis hin zu Virtual Reality. Die Fähigkeit, fotorealistische und geometrisch konsistente 3D-Szenen zu erzeugen, könnte die Schaffung immersiver Umgebungen in großem Maßstab ermöglichen und als Grundlage für Trainingsdaten sowie als Werkzeug für kreatives Content-Design dienen. Eine neue Entwicklung in diesem Bereich ist die Methode Gen3R, die in einer aktuellen Publikation vorgestellt wurde. Sie verbindet die Leistungsfähigkeit von Rekonstruktionsmodellen mit der generativen Kraft von Videodiffusionsmodellen, um hochwertige 3D-Szenen zu synthetisieren.
Bisherige Ansätze zur 3D-Szenengenerierung nutzten oft 2D-generative Modelle, um 3D-Repräsentationen wie NeRFs (Neural Radiance Fields) oder 3D Gaussian Splatting zu optimieren. Diese Methoden können jedoch mit der geometrischen Struktur oder hohen Optimierungskosten zu kämpfen haben. Alternativ wurden Videodiffusions-Frameworks für die Feed-Forward-3D-Szenengenerierung eingesetzt, die jedoch aufgrund des Mangels an umfangreichen 3D-Grundwahrheitsdaten Schwierigkeiten beim Lernen geometriezentrierter VAEs (Variational Autoencoders) aufweisen.
Gen3R verfolgt einen anderen Ansatz. Es überbrückt die starken Prioren von fundamentalen Rekonstruktionsmodellen und Videodiffusionsmodellen für die 3D-Szenengenerierung auf Szenenebene. Die Kernidee ist, ein Feed-Forward-Rekonstruktionsmodell, spezifisch VGGT (Visual Geometry Generation Transformer), als einen VAE-ähnlichen Lieferanten für geometrische Latents zu nutzen. Diese geometrischen Latents werden dann mit den Erscheinungs-Latents eines vorab trainierten Videodiffusionsmodells kombiniert, um eine gemeinsame Generierung zu ermöglichen.
Das Verfahren von Gen3R basiert auf der Schaffung eines vereinheitlichten latenten Raums für Erscheinung und Geometrie. Hierfür wird das VGGT-Modell, das aus Eingabebildern hochdimensionale Geometrie-Token erzeugt, so umfunktioniert, dass es geometrische Latents produziert. Diese Latents haben die gleiche räumlich-zeitliche Auflösung und Merkmalsdimension wie die der Videodiffusionsmodelle. Ein speziell trainierter Adapter überführt die VGGT-Token in diesen latenten Raum und zurück.
Der Trainingsprozess des Adapters umfasst zwei Hauptkomponenten:
Nach dem Training des Adapters wird ein Videodiffusionsmodell (z.B. ein angepasstes Wan2.1-Modell) feinabgestimmt, um beide Modalitäten (Erscheinung und Geometrie) in diesem vereinheitlichten latenten Raum gemeinsam zu generieren. Dabei werden verschiedene Konditionierungssignale wie Textprompts, Bildsequenzen und optionale Kamerabedingungen einbezogen. Die resultierenden Latents werden dann separat in RGB-Frames und szenengeometrische Attribute dekodiert.
Experimente zeigen, dass Gen3R in der Generierung von 3D-Szenen aus Einzel- und Mehrbildern sowie in der Kamerasteuerung überlegene Ergebnisse im Vergleich zu bestehenden Methoden erzielt. Dies betrifft sowohl die visuelle Qualität als auch die geometrische Konsistenz. Die Methode ist in der Lage, fotorealistische Videos und global konsistente 3D-Punktwolken zu erzeugen.
Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass Gen3R die Robustheit der Rekonstruktion verbessern kann, indem es generative Prioren nutzt. Dies zeigt den wechselseitigen Nutzen einer engen Kopplung von Rekonstruktions- und Generierungsmodellen. Fehler in der ursprünglichen Rekonstruktion können durch das generative Modell korrigiert werden, was zu saubereren und präziseren Geometriedaten führt.
Gen3R wurde mit verschiedenen Ansätzen verglichen, darunter:
Ablationsstudien belegen die Bedeutung der gemeinsamen Generierung von RGB und Geometrie sowie des Distributionsausrichtungsverlustes. Ohne diese Komponenten verschlechtert sich die Leistung des Modells erheblich, was die Effektivität des Gen3R-Designs unterstreicht.
Gen3R stellt einen integrierten Ansatz dar, der Feed-Forward-Rekonstruktion mit Videodiffusion für die Synthese hochwertiger 3D-Szenen kombiniert. Durch die Umformulierung eines Rekonstruktionsmodells als asymmetrischen Geometrie-VAE und die Ausrichtung seiner Latents mit einem Videodiffusionsmodell generiert Gen3R sowohl RGB-Videos als auch global konsistente 3D-Geometrie. Diese Entwicklung könnte neue Wege für die steuerbare und hochpräzise 3D-Szenengenerierung eröffnen und die Integration von Rekonstruktions- und Generierungsmodellierung in großem Maßstab vorantreiben.
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