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Neue Entdeckungen im Hubble-Archiv durch Künstliche Intelligenz

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February 9, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein KI-Modell namens AnomalyMatch hat das 35-jährige Archiv des Hubble-Weltraumteleskops durchsucht.
    • Dabei wurden fast 1.400 kosmische Anomalien entdeckt, von denen über 800 zuvor unbekannt waren.
    • Die KI benötigte für die Analyse von rund 100 Millionen Bildausschnitten lediglich zweieinhalb Tage.
    • Die entdeckten Anomalien umfassen verschmelzende Galaxien, Gravitationslinsen und unerklärliche Objekte.
    • Diese Methode demonstriert das Potenzial von KI zur Effizienzsteigerung in der astrophysikalischen Forschung und bei der Analyse großer Datensätze.

    Künstliche Intelligenz revolutioniert die Archivanalyse des Hubble-Teleskops

    Das Hubble-Weltraumteleskop, seit 1990 im Einsatz, hat im Laufe seiner über 35-jährigen Mission rund 1,7 Millionen Bilder des Universums aufgenommen. Dieser immense Datenschatz stellt für die Wissenschaft eine wertvolle Ressource dar, birgt jedoch gleichzeitig die Herausforderung, die Bilder in ihrer Gesamtheit effizient zu analysieren. Manuelle Auswertungen durch Forschungsteams sind aufgrund der schieren Menge an Daten zeitaufwendig und ressourcenintensiv. In diesem Kontext hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) eine innovative Lösung in Form eines KI-Modells entwickelt, das die Erschließung dieses Archivs maßgeblich beschleunigt.

    AnomalyMatch: Ein KI-Modell auf Entdeckungsreise

    Zwei Forscher der ESA, David O’Ryan und Pablo Gómez, haben das KI-Modell AnomalyMatch entwickelt, um das umfangreiche Hubble-Archiv systematisch zu durchsuchen. Dieses neuronale Netzwerk wurde darauf trainiert, Muster in visuellen Informationen ähnlich dem menschlichen Gehirn zu erkennen und ungewöhnliche astrophysikalische Phänomene zu identifizieren. Die Anwendung dieser Technologie auf das Hubble Legacy Archive, welches Daten aus drei Jahrzehnten Weltraumbeobachtung enthält, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der astronomischen Datenanalyse.

    Beeindruckende Ergebnisse in Rekordzeit

    Die Leistungsfähigkeit von AnomalyMatch manifestierte sich in der Geschwindigkeit der Analyse: Für die Durchsicht von fast 100 Millionen Bildausschnitten benötigte das KI-Modell lediglich zweieinhalb Tage. Im Vergleich dazu wäre eine manuelle Überprüfung durch menschliche Experten in diesem Umfang kaum realisierbar gewesen. Das Ergebnis dieser automatisierten Suche war die Identifizierung von nahezu 1.400 kosmischen Anomalien. Bemerkenswert ist, dass über 800 dieser Objekte in der wissenschaftlichen Literatur zuvor nicht dokumentiert worden waren.

    Vielfalt der entdeckten Phänomene

    Die von AnomalyMatch aufgedeckten Anomalien präsentieren eine breite Palette ungewöhnlicher kosmischer Objekte:

    • Verschmelzende und interagierende Galaxien: Ein Großteil der Funde betrifft Galaxien, die in komplexen Wechselwirkungen miteinander stehen, was zu bizarren Formen und der Entstehung langer Schweife aus Sternen und Gas führt.
    • Gravitationslinsen: Zahlreiche Objekte wurden als Gravitationslinsen identifiziert. Hierbei krümmt die Schwerkraft einer Vordergrundgalaxie die Raumzeit derart, dass das Licht entfernter Hintergrundgalaxien zu Bögen oder Ringen verzerrt wird.
    • Quallengalaxien: Diese Galaxien zeichnen sich durch gasförmige „Tentakel“ aus, die entstehen, wenn sie durch heißes Gas in Galaxienhaufen rasen.
    • Planetenbildende Scheiben: Auch protoplanetare Scheiben, die von der Seite betrachtet an Hamburger oder Schmetterlinge erinnern, wurden entdeckt.
    • Unerklärliche Objekte: Besonders hervorzuheben sind mehrere Dutzend Objekte, die sich bislang keiner bekannten Kategorie zuordnen lassen und somit neue Rätsel für die Astrophysik aufwerfen.

    Die Bedeutung für die zukünftige Astronomie

    Die erfolgreiche Anwendung von AnomalyMatch unterstreicht die wachsende Rolle Künstlicher Intelligenz in der modernen Wissenschaft. Pablo Gómez betonte, dass dies ein eindrucksvoller Beweis dafür sei, wie KI den wissenschaftlichen Nutzen von Archivdatensätzen steigern kann. Die Fähigkeit, riesige Datenmengen effizient zu sichten und bislang unentdeckte Phänomene aufzuspüren, ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere angesichts der zunehmenden Datenflut durch neue Teleskope. Missionen wie das Euclid-Teleskop der ESA, das Vera C. Rubin Observatory und das geplante Nancy Grace Roman Space Telescope der NASA werden in den kommenden Jahren Petabytes an Daten generieren. KI-Tools wie AnomalyMatch werden unerlässlich sein, um diese Datenmengen zu bewältigen und die Entdeckung neuer und unerwarteter kosmischer Objekte zu ermöglichen, die unser Verständnis des Universums erweitern könnten.

    Fazit und Ausblick

    Die Durchsuchung des Hubble-Archivs mittels KI stellt einen signifikanten Fortschritt in der astrophysikalischen Forschung dar. Sie demonstriert nicht nur die Effizienz von KI bei der Analyse komplexer Datensätze, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für die Entdeckung und Klassifizierung kosmischer Phänomene. Die identifizierten Anomalien bieten der Wissenschaft reichhaltiges Material für weitere Untersuchungen und könnten zu einem tieferen Verständnis der Entstehung und Entwicklung des Universums beitragen. Die Integration von KI in die astronomische Forschung wird voraussichtlich weiterhin an Bedeutung gewinnen und zukünftige Entdeckungen maßgeblich prägen.

    Bibliographie

    - Bernhard, C. (2026, 7. Februar). Hubble-Teleskop: KI durchsucht 35 Jahre Archiv und stößt auf fast 1.400 kosmische Anomalien. t3n.de. Abgerufen von https://t3n.de/news/hubble-teleskop-ki-durchsucht-35-jahre-archiv-und-stoeszt-auf-anomalien-1727897/ - Dossett, J. (2026, 2. Februar). AI finds hundreds of never-before-seen 'cosmic anomalies' in old Hubble Telescope images. Space.com. Abgerufen von https://www.space.com/astronomy/hubble-space-telescope/ai-finds-hundreds-of-never-before-seen-cosmic-anomalies-in-old-hubble-telescope-images - ESA. (2026, 27. Januar). 1400 quirky objects found in Hubble's archive. Abgerufen von https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/1400_quirky_objects_found_in_Hubble_s_archive - Kemper, J. (2026, 28. Januar). KI durchforstet Hubble-Fotos und findet über 800 unbekannte Himmelsobjekte. Photografix Magazin. Abgerufen von https://www.photografix-magazin.de/ki-durchforstet-hubble-fotos-und-findet-ueber-800-unbekannte-himmelsobjekte/ - Merkur.de. (2026, 4. Februar). Künstliche Intelligenz findet Hunderte unentdeckte Weltraum-Mysterien – in zweieinhalb Tagen. Abgerufen von https://www.merkur.de/wissen/kuenstliche-intelligenz-findet-hunderte-unentdeckte-weltraum-mysterien-zr-94145944.html - NASA Science. (2026, 27. Januar). AI Unlocks Hundreds of Cosmic Anomalies in Hubble Archive. Abgerufen von https://science.nasa.gov/missions/hubble/ai-unlocks-hundreds-of-cosmic-anomalies-in-hubble-archive/

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