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Die Robotik hat in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte erzielt, angetrieben durch Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz (KI) und der Sensorik. Eine grundlegende Komponente, die jedoch oft im Hintergrund bleibt, sind die Motoren, die als Aktuatoren für Bewegungen verantwortlich sind. Ihre Effizienz, Größe, Gewicht und Kosten sind entscheidende Faktoren für die breite Akzeptanz und Leistungsfähigkeit zukünftiger Robotersysteme, insbesondere in anspruchsvollen B2B-Anwendungen.
Aktuatoren sind die "Muskeln" eines Roboters. Sie wandeln Energie in Bewegung um und bestimmen maßgeblich die Agilität, Kraft und Reichweite eines Systems. Während KI-Fortschritte Robotern ermöglichen, komplexere Entscheidungen zu treffen und ihre Umgebung besser zu verstehen, bleiben die physischen Grenzen der Aktuatoren eine Herausforderung. Für Anwendungen, die von industriellen Handhabungsrobotern bis hin zu chirurgischen Assistenten reichen, sind Motoren erforderlich, die präzise, dynamisch und energieeffizient arbeiten können.
Traditionelle Elektromotoren, die für kontinuierliche, gleichmäßige Aufgaben konzipiert wurden, zeigen bei dynamischen und komplexen Bewegungsabläufen deutliche Effizienzmängel. Dies führt zu hohem Energieverbrauch und Wärmeentwicklung, was die Betriebszeit batteriebetriebener Systeme einschränkt und die Lebensdauer der Komponenten verkürzt. Um diese Herausforderungen zu überwinden, bedarf es neuer Ansätze in der Aktuatorentwicklung.
Ein vielversprechender Ansatz zur Steigerung der Effizienz ist die Entwicklung federunterstützter Aktuatoren. Forscher der Stanford University haben einen Aktuator entwickelt, der Federn und Kupplungen nutzt, um dynamische Aufgaben mit einem Bruchteil des Energiebedarfs herkömmlicher Elektromotoren zu bewältigen. Das Prinzip basiert darauf, die Fähigkeit von Federn zu nutzen, Kraft zu erzeugen, ohne dabei ständig Energie zu verbrauchen. Wenn der Aktuator beispielsweise ein schweres Objekt senkt, werden Federn gespannt, um einen Teil der Last vom Motor zu nehmen. Diese gespeicherte Energie kann dann für eine spätere Aufgabe genutzt werden, was den Energieverbrauch erheblich reduziert.
Das Kernstück dieser Technologie sind elektroadhäsive Kupplungen. Diese leichten, kleinen und energieeffizienten Kupplungen ermöglichen das schnelle und präzise Ein- und Auskuppeln der Federn. Durch die Kombination von sechs identischen, gekuppelten Federn mit einem Motor konnte in Tests der Stromverbrauch um mindestens 50 Prozent, in Bestfällen sogar um bis zu 97 Prozent, gesenkt werden. Eine solche Effizienzsteigerung könnte die Betriebszeit von Robotern von wenigen Stunden auf einen ganzen Tag verlängern, was ihre Einsatzmöglichkeiten in vielen Bereichen, von Prothesen bis hin zu autonomen Inspektionsrobotern in gefährlichen Umgebungen, revolutionieren könnte.
Gleichzeitig treiben Ingenieure die Entwicklung herkömmlicher Motoren voran, um sie leistungsfähiger, präziser und nachhaltiger zu machen. Verbesserungen bei der Wicklungsgenauigkeit und der Einsatz neuer Permanentmagnete ermöglichen kleinere Motoren, die dennoch die gleiche Leistung erbringen. Durch eine präzisere Bearbeitung können die Luftspalte zwischen Spulen und Magneten minimiert werden, was die Motoren nicht nur kleiner, sondern auch effizienter macht. Dies führt zu einem höheren Drehmoment-Gewichts-Verhältnis, was wiederum die Nutzlastkapazität von Robotern erhöht oder deren Gesamtgröße reduziert.
Auch die Rückmeldesysteme, wie hochauflösende Encoder, tragen zur Steigerung der Genauigkeit bei und ermöglichen eine feinere Abstimmung der Motorsteuerung. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für hochpräzise Robotik-Anwendungen und verbessert die Wiederholgenauigkeit sowie den Durchsatz. Insbesondere für kollaborative Roboter (Cobots) sind kleine Motoren mit hoher Leistungsdichte entscheidend, um die Sicherheit im Zusammenspiel mit Menschen zu gewährleisten und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit zu steigern.
Die Weiterentwicklung der Motorentechnologie ist untrennbar mit Fortschritten in der Materialwissenschaft und den Fertigungstechniken verbunden.
Die additive Fertigung (AM), auch bekannt als 3D-Druck, bietet neue Möglichkeiten für die Herstellung komplexer Motorkomponenten. Sie ermöglicht die Produktion von Teilen mit optimierter Geometrie, die mit herkömmlichen Methoden nicht realisierbar wären. Dies umfasst:
Die Integration dieser fortschrittlichen Motorentechnologien in B2B-Robotiklösungen bringt sowohl Herausforderungen als auch erhebliche Chancen mit sich.
Die zukünftige Entwicklung der Robotik, insbesondere für anspruchsvolle B2B-Anwendungen, hängt entscheidend von der Evolution der Aktuatorentwicklung ab. Die Integration von federunterstützten Aktuatoren, die Nutzung fortschrittlicher Materialien für Motorkerne, Wicklungen und Magnete sowie die Anwendung additiver Fertigungsverfahren sind Schlüsselelemente, um Roboter leistungsfähiger, effizienter und letztlich auch erschwinglicher zu machen. Unternehmen, die in diesen Bereichen investieren und die neuen Technologien strategisch einsetzen, können sich einen Wettbewerbsvorteil sichern und die nächste Generation intelligenter, autonomer Systeme gestalten.
Die Vision von vielseitigen und kostengünstigen Robotern, die in der Lage sind, komplexe Aufgaben in verschiedenen Branchen zu übernehmen, rückt durch diese technologischen Fortschritte näher. Die Fokussierung auf die "Muskeln" der Roboter – die Motoren – ist dabei ebenso wichtig wie die Weiterentwicklung ihres "Gehirns" – der KI.
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