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Effiziente Quantisierung von Vision-Language-Action-Modellen ohne zusätzliches Training

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February 25, 2026

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    Das Wichtigste in Kürze

    • Vision-Language-Action (VLA)-Modelle stehen vor Herausforderungen bei der praktischen Implementierung aufgrund hoher Rechen- und Speicheranforderungen.
    • QuantVLA ist ein neues, trainingsfreies Post-Training-Quantisierungs-Framework (PTQ), das diese Modelle effizienter macht.
    • Es ist der erste PTQ-Ansatz für VLA-Systeme und der erste, der erfolgreich einen Diffusion Transformer (DiT)-Action-Head quantisiert.
    • QuantVLA reduziert den Speicherbedarf um etwa 70 % und beschleunigt die Inferenz um das 1,22-fache, ohne die Modellarchitektur zu verändern.
    • Das Framework nutzt eine selektive Quantisierung, Attention Temperature Matching und Output Head Balancing zur Optimierung.

    Effizienzsteigerung für Vision-Language-Action-Modelle durch skalengestützte Post-Training-Quantisierung

    Die Integration von Wahrnehmung, Sprache und Steuerung in sogenannten Vision-Language-Action (VLA)-Modellen repräsentiert einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung von autonomen Agenten und Robotik. Diese Modelle ermöglichen es verkörperten Agenten, ihre Umgebung zu interpretieren, Anweisungen in natürlicher Sprache zu verstehen und darauf basierend physische Aktionen auszuführen. Mit zunehmender Komplexität und Skalierung dieser Modelle, insbesondere bei längeren Aktionsfolgen und größeren Backbone-Architekturen, steigen jedoch die Anforderungen an Rechenleistung und Speicherplatz exponentiell an. Dies stellt eine erhebliche Hürde für deren praktische Anwendung und breite Implementierung dar.

    QuantVLA: Ein neuer Ansatz zur Effizienzsteigerung

    Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde ein innovatives Framework namens QuantVLA entwickelt. Es handelt sich um einen trainingsfreien Post-Training-Quantisierungs-Ansatz (PTQ), der darauf abzielt, die Effizienz von VLA-Modellen signifikant zu verbessern, ohne dabei die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Nach vorliegenden Informationen ist QuantVLA der erste PTQ-Ansatz, der speziell für VLA-Systeme konzipiert wurde und zudem erfolgreich einen Diffusion Transformer (DiT)-Action-Head quantifizieren kann.

    Technische Komponenten und Funktionsweise

    QuantVLA integriert drei skalengestützte Komponenten, die synergistisch zusammenwirken, um die Effizienz zu optimieren:

    1. Selektives Quantisierungs-Layout: Diese Komponente wandelt alle linearen Schichten sowohl im Sprach-Backbone als auch im DiT in Integer-Werte um. Gleichzeitig bleiben die Attention-Projektionen in Gleitkommazahlen, um den ursprünglichen Operator-Zeitplan zu erhalten und potenzielle Leistungseinbußen zu vermeiden.
    2. Attention Temperature Matching: Hierbei handelt es sich um einen leichtgewichtigen, pro-Kopf-Skalierungsmechanismus. Er dient dazu, die Logits der Aufmerksamkeit zu stabilisieren und wird während der Inferenz in die Dequantisierungs-Skalen integriert. Dies trägt zur Erhaltung der Modellgenauigkeit bei geringerer Bitbreite bei.
    3. Output Head Balancing: Diese dritte Komponente ist eine schichtweise Residual-Interface-Kalibrierung. Ihre Funktion besteht darin, den Energiedrift nach der Projektion zu mindern, was die Stabilität und Genauigkeit der Modellvorhersagen verbessert.

    Ein entscheidender Vorteil von QuantVLA liegt darin, dass es kein zusätzliches Training erfordert. Es benötigt lediglich einen kleinen, unbeschrifteten Kalibrierungspuffer und unterstützt Integer-Kernel für Gewichte und Aktivierungen mit niedriger Bitbreite, ohne die zugrunde liegende Architektur zu verändern. Dies vereinfacht den Einsatz erheblich und reduziert den Entwicklungsaufwand.

    Praktische Auswirkungen und Leistungsmetriken

    Die Anwendung von QuantVLA auf repräsentative VLA-Modelle, getestet auf dem LIBERO-Benchmark, zeigt vielversprechende Ergebnisse:

    • Das Framework übertrifft die Erfolgsraten von Vollpräzisions-Baselines bei der Aufgabenerfüllung.
    • Es erzielt eine relative Speicherersparnis von etwa 70 % bei den quantisierten Komponenten.
    • Die End-to-End-Inferenzlatenz wird um das 1,22-fache beschleunigt.

    Diese Verbesserungen bieten einen praktischen Weg zur Realisierung skalierbarer, byteweiser verkörperter Intelligenz unter strengen Beschränkungen hinsichtlich Rechenleistung, Speicher und Energieverbrauch. Die Möglichkeit, komplexe VLA-Modelle auf ressourcenbeschränkter Hardware zu betreiben, eröffnet neue Anwendungsfelder, beispielsweise in der Robotik für Edge-Computing-Szenarien.

    Historischer Kontext und vergleichbare Ansätze

    Die Post-Training-Quantisierung (PTQ) ist ein etablierter Ansatz zur Bereitstellung großer Sprachmodelle (LLMs) ohne aufwendiges Fine-Tuning. Allerdings gab es bei der direkten Anwendung dieser Strategien auf Vision-Language-Modelle (VLMs) erhebliche Herausforderungen. VLMs verarbeiten visuelle und textuelle Token, die sich in ihren Aktivierungsverteilungen und ihrer Empfindlichkeit gegenüber Quantisierungsfehlern stark unterscheiden. Visuelle Token dominieren oft die Token-Sequenz quantitativ und weisen aufgrund räumlicher Korrelationen eine hohe Redundanz auf. Dies führte dazu, dass herkömmliche Kalibrierungsziele durch numerisch dominante, aber weniger kritische Token verzerrt wurden.

    Neuere Arbeiten, wie Q-VLM und MBQ, haben versucht, diesen Problemen durch modalitätsbewusste oder token-bewusste Kalibrierungsmechanismen zu begegnen. Q-VLM untersuchte beispielsweise die Abhängigkeiten zwischen den Schichten, während MBQ gradientenbasierte Signale nutzte, um visuelle und textuelle Beiträge während der Skalensuche neu zu gewichten. QuantVLA baut auf diesen Erkenntnissen auf und verfeinert den Ansatz durch eine explizite Charakterisierung der Token-Ebene-Wichtigkeit mittels Gradienteninformationen, um ein präziseres Kalibrierungsset zu erstellen.

    Herausforderungen und Lösungen bei der Kalibrierung

    Ein zentrales Problem bei der Quantisierung ist die Minimierung des Fehlers im End-Output des Modells. Traditionelle Methoden konzentrierten sich oft auf Fehler, die durch Ausreißer verursacht werden. QuantVLA erkennt jedoch, dass die Auswirkungen von Quantisierungsfehlern je nach Token variieren. Token mit sehr kleinen Gradienten haben selbst bei Quantisierungsfehlern nur einen geringen Einfluss auf das Endergebnis. Insbesondere in VLMs, wo eine große Anzahl visueller Token zu Redundanz führt, ist die Gradienten-Disparität hoch. Daher ist es nicht optimal, alle Token gleich zu behandeln.

    QuantVLA verwendet eine gradientengestützte Token-Auswahl, um die wichtigsten Token zu identifizieren und die Skalierungsfaktoren für die Aktivierungsquantisierung basierend auf diesen wichtigen Token zu berechnen. Dies gewährleistet, dass kritische Token geringere Quantisierungsfehler aufweisen. Darüber hinaus implementiert QuantVLA eine quantisierungs-exponierte schichtweise Kalibrierung, die es tieferen Schichten ermöglicht, Fehler aus früheren Schichten wahrzunehmen. Dies wird durch eine Strategie erreicht, bei der die Eingangsaktivierungen jeder Schicht durch die quantisierten Ausgaben der vorherigen Schicht ersetzt werden, wodurch die Eingabedaten besser der tatsächlichen Inferenzverteilung entsprechen.

    Ressourceneffizienz durch verteilte Kalibrierung

    Selbst bei schichtweiser Kalibrierung kann der Speicherverbrauch eine erhebliche Herausforderung darstellen, insbesondere bei großen Modellen. QuantVLA adressiert dieses Problem durch eine verteilte Kalibrierungsstrategie, die Inferenz, Skalenberechnung und Verlustberechnung auf verschiedene GPUs aufteilt. Dies reduziert den Spitzen-Speicherverbrauch auf einer einzelnen GPU erheblich. Beispielsweise konnte ein 7B-Modell, das zuvor eine 80GB A100 GPU benötigte, nun auf drei 24GB RTX3090 GPUs kalibriert werden. Diese Hardware-Flexibilität macht den Ansatz zugänglicher und praktischer für eine breitere Anwenderbasis.

    Fazit

    QuantVLA stellt einen signifikanten Fortschritt in der Post-Training-Quantisierung für Vision-Language-Action-Modelle dar. Durch seine innovativen skalengestützten Komponenten und die verteilte Kalibrierungsstrategie ermöglicht es eine effizientere Bereitstellung dieser komplexen Modelle unter realen Hardware-Beschränkungen, ohne dabei Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit einzugehen. Die erzielten Verbesserungen in Bezug auf Speicherverbrauch und Inferenzgeschwindigkeit ebnen den Weg für zukünftige Entwicklungen in der verkörperten KI und erweitern die Möglichkeiten für deren praktische Anwendung.

    Bibliography

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