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Die Telekommunikationsbranche steht im Zentrum der digitalen Infrastruktur und ist daher ein bevorzugtes Ziel für eine Vielzahl von Bedrohungsakteuren. Die Sicherung von Vermögenswerten gegen diese komplexen und sich ständig weiterentwickelnden Gefahren ist für die operationelle Widerstandsfähigkeit und das Vertrauen der Kunden von entscheidender Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Bedrohungslandschaften und stellt bewährte Strategien und Kontrollmechanismen vor, die Unternehmen in der Telekommunikationsbranche zur Stärkung ihrer Cyberabwehr implementieren können.
Die Telekommunikationsbranche ist aufgrund ihrer zentralen Rolle in der nationalen Infrastruktur und des Zugangs zu sensiblen Daten ein lukratives Ziel für Angreifer. Diese Bedrohungsakteure reichen von finanziell motivierten Kriminellen bis hin zu staatlich unterstützten Gruppen, die Cyber-Spionage oder Sabotage verfolgen. Die Komplexität der Netzwerke und die Einführung neuer Technologien wie 5G und Edge Computing erweitern die Angriffsfläche zusätzlich.
Während Millionen teure Sicherheitssysteme darauf ausgelegt sind, externe Angreifer abzuwehren, zeigen Daten, dass das menschliche Element oft die effektivste Schwachstelle bleibt. Im Jahr 2025 wurden 91.321 Fälle von Insider-Rekrutierung, -Werbung und illegalen Diskussionen registriert. Dies belegt, dass es für Kriminelle oft effizienter ist, Zugang zu kaufen, als komplexe technische Umgehungen zu entwickeln. Die Telekommunikationsbranche war 2025 mit 42 Prozent aller beobachteten Insider-Aktivitäten besonders betroffen.
Die Konzentration auf diesen Sektor erklärt sich durch seine Funktion als Torwächter bei der Identitätsprüfung. Durch die Rekrutierung von Mitarbeitern der Netzbetreiber erleichtern Angreifer Techniken wie das SIM-Swapping. Dabei wird die Telefonnummer eines Opfers auf eine vom Angreifer kontrollierte SIM-Karte portiert. Sobald die Verbindung hergestellt ist, empfängt der Kriminelle Anrufe und Nachrichten des Opfers, wodurch er SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierungen umgehen und Zugang zu sensiblen Unternehmens- oder Finanzkonten erhalten kann.
Insider können aus verschiedenen Gründen handeln:
Indikatoren für potenzielle Insider-Bedrohungen können sowohl technischer als auch nicht-technischer Natur sein. Nicht-technische Anzeichen umfassen Verhaltensänderungen, soziale Isolation oder plötzliche Missachtung von Unternehmensrichtlinien. Technische Anzeichen beinhalten die Nutzung nicht autorisierter Geräte, ungewöhnliche Zugriffs- oder Datenmuster sowie hohe Download-Volumen oder die Verwendung ungewöhnlicher Verschlüsselungsmethoden.
Staatlich unterstützte Bedrohungsakteure stellen eine weitere erhebliche Gefahr dar. Diese Gruppen, wie beispielsweise "Salt Typhoon" oder "Volt Typhoon", zielen auf Telekommunikationssysteme ab, um Spionage zu betreiben, geistiges Eigentum zu stehlen oder kritische Dienste zu stören. Ihre Angriffe zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
Ein Beispiel hierfür ist die "Operation Soft Cell", die 2018 auf globale Telekommunikationsanbieter abzielte. Hierbei wurden Tools und TTPs (Tactics, Techniques, and Procedures) verwendet, die chinesischen staatlich unterstützten Akteuren zugeschrieben werden. Ziel war der vollständige Zugriff auf das Netzwerk, um CDR-Datensätze und weitere sensible Informationen zu erlangen. Die Angreifer nutzten Web-Shells, führten Aufklärungsmissionen durch, stahlen Anmeldeinformationen mithilfe modifizierter Tools wie Mimikatz und bewegten sich lateral im Netzwerk, um kritische Assets zu kompromittieren.
Angesichts dieser komplexen Bedrohungen ist ein mehrschichtiger und proaktiver Ansatz zur Cybersicherheit unerlässlich.
Die Implementierung robuster technischer Kontrollen ist grundlegend:
Neben technischen Massnahmen sind auch organisatorische Vorkehrungen von Bedeutung:
Die GSMA (Groupe Spéciale Mobile Association) hat eine Reihe von Baseline Security Controls (FS.31) entwickelt, um Telekommunikationsbetreibern bei der Stärkung ihrer Sicherheitslage zu helfen. Diese Kontrollen decken ein breites Spektrum ab, von Geschäftskontrollen bis hin zu spezifischen technologischen Massnahmen für SIM-Management, IoT, Funknetzwerke, Kernnetzwerke und Cloud-Infrastrukturen. Die Empfehlungen umfassen unter anderem:
Die Bedrohungsakteure, die auf die Telekommunikationsbranche abzielen, werden voraussichtlich weiterhin ihre Taktiken verfeinern und menschliche Schwachstellen durch Social Engineering ausnutzen, um technische Barrieren zu umgehen. Für Telekommunikationsanbieter ist es daher von entscheidender Bedeutung, ihre Strategien zur Sicherung von Vermögenswerten kontinuierlich anzupassen und zu verbessern. Ein ganzheitlicher Ansatz, der technische Innovationen, organisatorische Resilienz und die Einhaltung internationaler Standards umfasst, ist unerlässlich, um die Herausforderungen der modernen Cyberbedrohungslandschaft erfolgreich zu meistern und das Vertrauen in die kritische Infrastruktur aufrechtzuerhalten.
Durch das Verständnis des Umfangs der Rekrutierungsaktivitäten und der spezifischen Taktiken, die beim SIM-Swapping und der Datenexfiltration angewendet werden, können Telekommunikationsanbieter ihre Kunden und ihr Geschäft besser vor der "Bedrohung von innen" schützen. Die Investition in fortschrittliche Sicherheitstechnologien, regelmässige Audits und die Förderung einer starken Sicherheitskultur sind keine Option, sondern eine Notwendigkeit in der heutigen digitalen Welt.
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